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Kryptum / Agustín  Sánchez Vidal



Kryptum

Agustín Sánchez Vidal


dtv premium Verlag
Erscheiungstermin: 10/2006
Übersetzer: Silke Kleemann
Rezension ist von 10/2006
Leserschwert-Genre: Abenteuer
4 Besucherkommentare zu diesem Buch.

Schnitzeljagd mit Abenteuerpanier

Der Titel, das Cover, der Klappentext. Einfach alles deutet mit einer ganzen Batterie von abgelutschten Zaunpfählen darauf hin, dass wir es hier mit dem grob geschätzt tausendsten Trittbrettfahrer zu tun haben, der im trendwelligen Kielwasser von „Sakrileg” ein wenig Brown-Kohle scheffeln will. Erbarmen. Dieses ganze weltverschwörerische Symbolo-Krypto-Mysto-Rallyerätsel-Hype hat den Oberkante-Unterlippe-Pegel doch schon längst erreicht. Und dann liest man da, selbstredend Rot auf Schwarz: „Der letzte Schlüssel zum Erbe von Babylon.” Aber hallo, da schwillt einem die Neugier doch zur prallen Leselust. Und erst dieser Plot: 2004, Antigua/Spanien. Die prominente US-Wissenschaftlerin Sara Toledano verschwindet spurlos. Allerdings nicht ohne zuvor einem befreundeten Kryptologen namens David Calderón vier Fragmente eines geheimnisvollen Pergaments zu schicken, das aus insgesamt 12 Teilen besteht und - Überraschung 1 - den Schlüssel der Welt in sich bergen soll. Gemeinsam mit dem amerikanischen Polizisten John Bealfeld und - Überraschung 2 - Saras attraktiver Tochter Rachel macht sich David auf die Jagd nach den fehlenden Fragmenten. Doch die drei sind - Überraschung 3 - nicht die einzigen, die hinter dem Pergament her sind. Auch die mächtige NSA hat ihre eiskalten Agenten längst von der Leine gelassen. Aus den Jägern des verlorenen Schatzes werden schon bald - Überraschung 4 - Gejagte … Tja, schlecht verpackt. Tatsächlich ist das nämlich alles dampfender Bockmist. Denn richtig dechiffriert ist „Kryptum”, der Debütroman des spanischen Kunstgeschichte-Profs Augustín Sánchez Vidal, vor allem ein kulturhistorisch opulent ausgestatteter Abenteuerroman, der einen auf knapp 750 Seiten voll im Saft hält. Ein behaglicher Bettvorleger für die kalte Jahreszeit.
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 4 Kommentare zu diesem Buch.

Ihre Meinung zu diesem Buch »

Balu schrieb am 29.08.13, 22:47Sorry aber dieses Buch war nix. Wenn ich mich nicht entspannen will, sondern meinen Geist fordern, lese ich gleich Dostojewski. Wenn ich einen Roman lese, will ich ohne größere Problem mitkommen - da wird man nicht gleich zu Jerry Cotton greifen müssen. Zu viele Personen, zu viele Handlungsstränge, zu viele Details, zu viele Zeitebenen, zu viele Orte. Hat man sich dann über die 700 Seiten gebracht, weil man dann doch wissen will, wie es ausgeht, wird man herb enttäuscht. Das Ende ist schnell abgehandelt und nicht verständlich. Ich hab's zwei Mal gelesen, ob ich vielleicht etwas übersehen habe aber leider Fehlanzeige. Auch wurden einige Dinge nicht aufgeklärt: was war mit der Friedenskonferenz, was wurde aus der Plaza Mayor, wie wurde das Phänomen des Stimmenredens erklärt ...
beppo schrieb am 02.11.08, 11:31Geht man davon aus, dass ein Buch einen Film im Kopf erzeugt, so kann man anderen Rezensenten mit nöliger Tagesform nicht zustimmen. Großartiges Kino ist es, was Vidal dort erzeugt. Schriftstellerisch brillant spielt er mit den Erwartungsgewohnheiten seiner Leser, schafft es sogar seinen hintergründigen Erzählstil bei, von anderen oft abgetrennt in neuer Stilform vorgetragenen, kurzen erotischen Passagen durchzuhalten. Gerade der von Vidals Kritikern als `Nebenhandlungsballast´bezeichnete Webrahmen seiner Erzählung ist es ja, was Spannung erzeugt und den Leser an die Geschichte fesselt. Plumpe Dauerspannungsliebhaber sind wohl besser bei Jerry-Cotton-Romanen aufgehoben.
Laura Battisti schrieb am 28.07.08, 17:55Ich fand das Buch sehr spannend zum Lesen- allerdings muss ich meinem Vorposter zustimmen, dass mich die 170 Personen, die da alle vorkommen doch sehr verwirrt haben und ich so meine zeit gebraucht habe, um mich halbwegs auszukennen- und selbst dann war ich mir noch nicht ganz sicher ob die momentan angesprochene Person auch wirklich die ist, von der ich es denke, dass sie es ist. Wie gesagt spannend zum Lesen auch mit netten Bildern aber der Schluss ist irgendwie unmotiviert. Da wartet man 700 Seiten auf ein packendes und alles entschlüsselnde Ende und dann hat man plötzlich das Gefühl irgendwas verpasst oder nicht verstanden zu haben, weil das Ende plötzlich keinen Sinn mehr ergibt, beziehungsweise einfach nicht das hergibt, was man sich erwartet hat. Sehr frustrierend. Wenn dann bei den letzten Worten des Autors auch noch drinnen steht, dass er einige kleine Zeichen und Hinweise eingebaut hat, die die, welche zwischen den Zeilen lesen, entdecken werden, kommt man sich auch noch dämlich und unfähig vor, weil man die Zeichen natürlich penetrant übersehen hat. Alles in allem braucht man einfach eine umfangreiche Vorkenntnis in Geschichte etc. um das Buch in einem Lesen zu können, ohne nebenbei Wikipedia mit den 170 Namen und Orten stressen zu müssen.
Sören Mackeben schrieb am 15.05.07, 15:31Wie es dieses Buch in irgendwelche Bestsellerlisten Spaniens geschafft haben soll, weiß kein Mensch. Sanchez Vidal springt nicht nur staendig zwischen drei bis vier verschieden Epochen hin und her, sondern verwirrt den Leser zusaetzlich mit gefühlten 170 mitspielenden Personen. Der totale Wahnsinn geht dann weiter, wenn er auch den letzten seiner tausenden Schauplaetze mit einer Detailversessenheit beschreibt, die keine Grenzen kennt. Haengen 2 oder 3 wertvolle Gemaelde an der Wand, ist die Bank in der Ecke aus Buchen- oder Eichenholz - an was sich dieser Randa nach Jahren noch so alles erinnert...Und dann geht es ja eigentlich erst los: Irgendwelche Zeichen, die jeder und niemand aus unbekannten Gründen hat/te, führen zu einem Geheimnis, puuh! Das einzige schöne an diesem Buch ist, dass auch die Hauptdarsteller auf jeder zweiten Seite zugeben: Ich verstehe überhaupt nichts mehr!


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