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Sushi für Anfänger / Marian Keyes



Sushi für Anfänger

Marian Keyes


Heyne Verlag
Übersetzer: Susanne Höbel
Rezension ist von 4/2002
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Kalter Fisch, hitzig serviert

Marian Keyes gilt zurzeit (der Zeit nach „Lucy Sullivan wird heiraten“) als erfolgreichste Schriftstellerin Irlands. Und das will echt was heißen – denn die grüne Insel ist ja dafür bekannt, dass hinter jedem zweiten Hügel ein Erzähltalent hockt. Dabei tut Keyes eigentlich nicht großartig was anderes als die horizontfüllende Horde von Autorinnen, die in den Frühstücksfußstapfen von Helen Fielding durchs Leben und seine fettigen Näpfe hüpfen. Aber ein bisschen was tut sie eben doch anders: Sie schnudelt ihr Thema (Girlies werden aus heiterem Himmel dreißig, und in der Krisenkiste beginnt’s zu knistern) nicht einfach runter, sondern schickt ihre Fantasie auch mal in die Feinmechanikabteilung abseits des Fließbands. Zweitens wagt ihr Humor immer wieder einen Blick von den Allgemeinplätzen in die dunklen Gassen der Psyche. Und drittens pflegt sie einen Stil, der erfrischend ungepflegt rüberkommt.
In „Sushi für Anfänger“ (jetzt auch als TB zu haben) widmet sich Keyes, die in „Rachel im Wunderland“ durchaus sozialkritische Lunte roch, zwar wieder schamlos den Themen Sex, Sex und Sex, aber Keyes’ Fähigkeit, recht plastische Figuren zu formen, lässt die Tragikomik dieses Romans in realistischen Zügen dahinrattern. Fazit: Ein Buch, das auch FortgeschrittInnen empfehlbar ist.
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