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Ich bin Duke / Tina Uebel



Ich bin Duke

Tina Uebel


BvT Verlag
Rezension ist von 4/2002
Leserschwert-Genre: Szene

Ich gehe solange irgendein Leben leben

Nachdem ich mich vergangene Woche in der Buchhandlung meines Vertrauens durch die schmale Schneise zwischen den bedrohlichen Büchertürmen von Donna Leons zehntem Brunetti-Fall und Henning Mankells erstem Wallander-Fall (beide seien hiermit ausdrücklich nicht empfohlen) geschoben hatte, verhedderte sich mein Blick in demTitel einer unscheinbaren TB-Neuerscheinung: „Ich bin Duke“. Das sitzt irgendwie. Also husch ins Körbchen und ab zur Kassa, wobei ich der Versuchung, die Türme aus Brunettis zehntem und Wallanders erstem Fall zufällig zu Fall zu bringen, nur unter größter …
Egal. Zurück zum Duke. Der erweist sich bereits auf den ersten Seiten als recht sonderbares Kerlchen. Gemeinsam mit seinem (erzählenden) Kumpel „ich“ hängt er an den äußeren Rändern der Fun-Gesellschaft rum, fragt sich, wo der Fun bleibt, und lässt Sätze raus wie „Ich bin der Duke und es ist scheiße hier“. Der Duke ist chronisch fehl am Platz, eigentlich so ein typischer 80er-No-Future-Bengel, den eine Ironie des Schicksals in die „Gen Nix“ verschleppt hat. Das Schicksal heißt übrigens Tina Uebel, ist Hamburger Baujahr 69 und saugt ihre literarischen Nährstoffe aus der dortigen Slam-Poetry-Szene. Das spürt man. Der Duke hat Rhythmus. Er ist eine hängende Spitze im Strafraum des Zeitgeists, Tina Uebel arbeitet mit Delay. Und das nicht übel.
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