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Miles Davis. Die Autobiografie / Miles Davis,  Quinzy Troupe



Miles Davis. Die Autobiografie

Miles Davis, Quinzy Troupe


Heyne Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 7/2000
Leserschwert-Genre: Biografie

Der Ton macht die Musik

Also eines vorneweg: Ich bin definitiv kein Jazzfanatiker, gewisse Spielarten des Jazz’, die ich (wenn kein Intellektueller zugegen war) auch schon als saumäßiges Gedudel zu identifizieren wusste, halte ich sogar für eine gehörige Heimsuchung. Trotzdem mag ich Miles Davis – vielleicht deshalb, weil man diesem Mann den Jahrhundertmusiker einfach ansah, noch bevor er einen einzigen Ton spielte; man sah es daran, wie er seine Trompete hielt. Hauptsächlich aber mag ich Miles Davis deshalb, weil es mir seine genialen musikalischen Grenzgänge gestatten, von vertrautem Terrain (also von der anderen Seite der Grenzen, auf die Davis zumarschierte) aus in die Welt des Jazz zu schnuppern.
Und genau aus dem gleichen Grund mag ich auch seine Autobiographie, die der Tonmeister ohne Schublade kurz vor seinem Tod am 28.September 1991 zu Protokoll gab und die nun endlich als Taschenbuch erschienen ist. Denn auch sie erlaubt mir, ein – in meinen Ohren – sperriges Genre besser zu verstehen. Davis erzählt seine Lebensgeschichte so wie er musizierte, mit allen Höhen und Tiefen, zart und brutal, weise und naiv, göttlich und teuflisch, und sein „Übersetzer“ Quinzy Troupe war klug genug, an diesen Worten nicht zerstörerisch herumzufeilen. Und deshalb ist diese Buch nicht nur ein hochinteressantes Zeitdokument und eine Introspektion in die Geschichte des Jazz, sondern vor allem wörtlich genommene Improvisationskunst.
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