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Wein der Götter / John Barnes



Wein der Götter

John Barnes


Heyne Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 5/2000
Leserschwert-Genre: Fantasy

… und zweitens als man denkt

Bevor Sie diese Zeilen hier lesen, werfen Sie doch bitte einen genaueren Blick auf das Buch-Cover darüber. Was sehen Sie? Richtig: ein ziemlich drittklassiges Realo-Gepinsel, wie es Tonnen von SciFi- und Fantasy-Fließbandware ziert, dazu den oberflachen Titel „Der Wein der Götter“, an Ödesse kaum zu übertreffen, das Taschenbuchlogo des Heyne Verlags, der ja mitunter auch keine gröberen Berührungsängste mit heftigstem Schund an den Tag legt, und mit John Barnes einen auffallend x-beliebigen Autorennamen, von dem Sie höchstwahrscheinlich genau noch nie gehört haben. Wie urteilen Sie folglich? Computerwortschatz, Setzkastenstilkunde, obskures Subjekt, massentaugliches Prädikat plus abgenabelte Nebensätzlichkeiten. Fantasy-Trash eben … Voll daneben.
Mir ging es nicht anders. Warum ich dennoch am „Wein der Götter“ nippte, weiß ich ehrlich gestanden nicht mehr, aber an den Rausch kann ich mich noch ganz gut erinnern. Denn John Barnes – den die Washington Post etwas waghalsig als „wichtigsten Autor der 90er Jahre“ bezeichnete – hat mit dem üblichen Fantasy-Quatsch wenig am Hut, mal abgesehen von den bunten Federn. Tatsächlich ist hier ein begnadeter Subtilhumorist am Werken, der das Reich des Unmöglichen als perfekte Spielwiese für seine märchenhafte Phantasie entdeckt hat und farbenfröhlich dahingroovt. Im Original heißt das Teil übrigens „One for the Morning Glory“ und das Cover sieht auch anders aus.
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