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Was mich fertigmacht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen / Michel Birbaek



Was mich fertigmacht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen

Michel Birbaek


AtV Verlag
Rezension ist von 5/1999
Leserschwert-Genre: Szene

Weil sich einfach etwas ändern muß

Tacheles hat den zehnfachen Blues. Erstens, weil er der Sänger einer Band ist, die ständig auf Tour ist und trotzdem nicht mal den Sprit für Mensch und Maschine bezahlen kann. Zweitens, weil „die Tänzerin“ wieder in der Stadt ist, und er vor lauter Geilheit kaum noch gerade gehen kann. Drittens, weil auch Britta wieder in der Stadt ist und mit ihr das klassische „Beste-Freundin“-Problem. Viertens, weil eine Musikjournalistin beschlossen hat, ihn und seine Band salonunfähig zu machen. Fünftens, weil seine Mitbewohnerin ein verliebte Nymphomanin ist. Sechstens, weil sein bester Freund sprachlos ist. Siebtens, Drogen. Achtens, weil die Sache mit den Hamstern langsam bierernst wird. Neuntens, weil er auf Neonazis mit einem allergischen Juckreiz reagiert. Und zehntens, weil sich etwas ändern muß …
„Was mich fertigmacht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen“ ist ein typischer Alter-Ego-Roman über einen, der notgedrungen beschließt, das Gaspedal durchzutreten – also eine jener „Voll-das-Leben“-Stories, die nur allzugern voll in die Hose gehen. Der in Köln lebende Sänger, Autor, Tor- und Tankwart Michel Birbæk kratzt die enge Kurve aber mit Stil und Witz – und vor allem mit einem derartigen Affentempo, daß die phrasenweise auftauchenden Allgemeinplätze kaum ihre lähmende Wirkung entfalten können.
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