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Eigermönchundjungfrau / Alex Capus



Eigermönchundjungfrau

Alex Capus


Diogenes Verlag
Rezension ist von 2/1998
Leserschwert-Genre: Stories

Perfekte Miniaturen

Werden kleine Bergkristalle erwachsen, wenn man sie im kristallklaren Wasser eines Gebirgsbachs versteckt? Teilen sich die dummen Meereskrebse eine kollektive Krebsseele? Welche fatalen Auswirkungen kann das Tragen von wollenen Unterhosen während der Pubertät auf das Leben eines erwachsenen Mannes haben? Warum sterben blonde Friseusen bei Autounfällen? Wie kommt es, daß Elvis im Migros-Lagerhaus Gabelstapler fährt und dabei ständig „Arschloch“ sagt? Warum riecht Ingrid – obwohl sie einen Blumenstrauß wie ein Gewehr schultert – so wunderbar nach Mandeln? Und wer zum Teufel ist Ramón …?
„… man darf hier ruhig einmal von einer Entdeckung sprechen“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung, als „Munzinger Pascha“, der (wirklich außergewöhnliche) Erstlingsroman von Alex Capus, erschien. Nun ist sein zweites Buch da, und man darf hier ruhig einmal von einem kleinen Meisterwerk sprechen. In den neunzehn literarischen Miniaturen, die als „Eigermönchundjungfrau“ erschienen sind, verbinden sich ungebremste Direktheit, subtiler Witz und unerschütterliche Selbstironie völlig selbstverständlich zu wohltuenden Lebensweisheiten, die keine sein wollen. Alex Capus „reduziert“ sich auf die subjektive Empfindung und erreicht damit ein Höchstmaß an objektivem Leben. Der Grund dafür ist seine Sprache. Sie ist so leicht und durchsichtig wie ein Schleier. Man wirft sie sich gerne über den Kopf und blickt in die Welt. Und dann sieht man Dinge, die man schon lange übersehen hat …
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