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Electroboy / Andy Behrman



Electroboy

Andy Behrman


KiWi Verlag
Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg
Rezension ist von 4/2003
Leserschwert-Genre: Biografie

Unter Starkstrom

„Electroboy ist eine Autobiografie. Dennoch wurden bestimmte Namen und Erkennungsmerkmale verändert, um die Privatsphäre von Personen zu schützen, deren Wege sich mit meinem gekreuzt haben und deren Leben sich seither grundlegend verändert hat.“ Andy Behrman ist Filmemacher, PR-Berater, Kunstdealer, Stricher und Fälscher. Und Andy Behrman ist manisch-depressiv. „Wenn ich manisch bin, sind meine Sinne so geschärft, dass das Flattern meiner Wimpern auf dem Kissen wie Donnerhall klingt.“ Alkohol, Medikamente, Drogen und Sex – exzessiv und ekstatisch, voll auf Kampflinie gegen das Ablaufdatum der Manie, ohne Rückspiegel oder Bremsen, ein gierig durchgepeitschter Wahnsinnstrip auf der Suche nach noch mehr Speed. Bis die Sache völlig außer Kontrolle gerät …
Die ungeschminkte Härte, mit der einem Andy Behrman sein getriebenes Leben ins Hirn drischt, erinnert stark an Bret Easton Ellis oder den jungen Jay McInerney. Stilistisch unterkühlt seziert Behrman sich selbst als Schnittstelle zwischen der perlenden Society der aufgeblähten New Yorker Kunstszene und der perversen Lust im Rotlicht, zwischen Geld und Fleisch, Zynismus und Nacktheit. Und wie bei seinen Kollegen entwickelt dieser permanente Ausnahmezustand eine geradezu hypnotische Saugkraft, die keineswegs nur den Ekel erregt.
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