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Hurra. / Doris Knecht



Hurra.

Doris Knecht


Czernin Verlag Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 10/2005
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Knechttext

Mal ehrlich: Zeitungskolumnen, die es echt verdienen, in Buchform zweitverwertet zu werden, gibt es im deutschen Sprachraum nicht rasend viele; wobei das nicht zwingend mit der Qualität zu tun hat. Es ist nur so, dass Texte, die stilistisch und formal als „blattbindende“ Häppchen angelegt sind, am Stück serviert oft arg überwürzt daherkommen und einem nach drei, vier halb verdauten Bissigkeiten kratzschleimig die Röhre hochsteigen. Aber natürlich gibts Ausnahmen, die diese Regler voll runterfahren: Max Goldt etwa, Martin Suter – oder eben Doris Knecht.
Wien – Zürich – Wien. Ihre „Anleitung zum Doppelleben in 111 Schritten“ (erschienen im Magazin des Schweizer Tages Anzeigers) ist, dem Untertitel entsprechend, schlicht und zweifach großartig. Erstens einmal, weil Doris Knecht schreiben kann. Und zwar wirklich schreiben kann. Dort, wo andere, wie’s so schön heißt, aus einem Guss so tun als ob, ist sie mit einem ganzen Kanalsystem von Güssen unterwegs und damit der Realität wesentlich dichter unterm Getriebe als Kolumnisten, die mit Zielvorrichtung agieren. Zweitens scheißt sie sich genau nichts und verteilt ihr kritisches Fett so charmant, dass einem das Hirn schmunzelt (was ursprüngli damit zu tun haben könnte, dass Zürich und Wien schmähtechnisch auf zwei unkreuzbaren Breitengraden liegen und so jede Menge zwischenzeiligen Raum schaffen). Knechts Postfeminismus bringt jedem was; übergreifend, aber nie untergriffig, selbstironisch, aber nicht zynisiert, jungmütterlich aber nicht weibihaft. Und affenkomisch. Mir persönlich flüstern diese wunderbaren 111 Kolumnen-Schritte vor allem eines: dass Schritt 112 in einen Roman führen sollte …
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