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Die Bibliothek der Schatten / Mikkel Birkegaard



Die Bibliothek der Schatten

Mikkel Birkegaard


Page & Turner Verlag
Erscheiungstermin: 03/2010
Übersetzer: Günther Frauenlob, Maike Dörries
Rezension ist von 07/2010
Leserschwert-Genre: Mystery

Zwischen den Zeilen

Es ist, gelinde gesagt, eine ziemlich seltsame Story, die der dänische Durchstarter Mikkel Birkegaard da zunächst seinen Landsleuten und in Folge 17 weiteren Nationen auftischte: Als der betagte Luca Campelli unter mysteriösen Umständen sein Leben aushaucht, erbt dessen Sohn Jon nicht nur das kleine Buch-Antiquariat, für das sein Vater lebte, sondern auch ein Talent, wegen dem er starb. Luca war ein wichtiges Mitglied einer Geheimgesellschaft von Menschen, die eine erlesene Begabung verbindet: sie alle sind sogenannte „Lettori“, die sich wiederum in zwei – latent verbiesterte – Untergruppen teilen: die „Sender“, die durch den Vortrag von Texten ihr Auditorium nach Belieben manipulieren können, und die „Empfänger“, die sich unbemerkt wie ein suggestiver Turbolader in gelesene Texte reinhängen können. So weit, so gut. Aber natürlich gibt’s auch Böse. Eine Schattenorganisation mit Machtfantasien von James-Bond-bösewichtigem Ausmaß will ein dunkles, skrupelloses Kapitel der Lettori aufschlagen. Aber dazu benötigen sie ein Ausnahme-Sender-Talent auf ihrer Seite: Und das heißt (Überraschung!) Jon Campelli. Der Plot hat – vor allem für Buchfreaks – etwas absolut Faszinierendes an sich. Leider fehlt Mikkel Birkegaard aber der sprachliche Kraftstoff, um seine hochgezüchtete Mystery-Story mit echtem Nachdruck durch die Hirnschleusen zu pumpen. Der Top-Seller aus Dänemark ist zweifellos lesenswert, trotzdem wäre da mehr drin gewesen.
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