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Coma / John Niven



Coma

John Niven


Heyne Verlag
Erscheiungstermin: 10/2009
Übersetzer: Stephan Glietsch, Alexander Wagner
Rezension ist von 11/2009
Leserschwert-Genre: Wahnwitz

Segen und Fluch

Bevor man sich einen Roman von John Niven zur Brust nimmt, sollte man tunlichst drei Warnhinweise beachten. Erstens: Der Mann pflegt einen Humor, der in seinen lieblichsten Momenten dunkelgrau ist. Zweitens: Sein Sprachstil suhlt sich gerne im Extra-Ordinären. Und drittens: Den Themen Sex und Gewalt sollte man mit einer gewissen Aufgeschlossenheit für Perversionen aller Art gegenüberstehen. Das gilt mit besonderer Intensität für Nivens fulminantes Debüt „Kill Your Friends“, aber auch in seinem neuen Roman „Coma“ geizt der Schotte nicht mit derbem Stoff. Im Mittelpunkt steht der sympathische Loser Gary, ein ebenso enthusiastischer wie talentfreier Hobbygolfer, der eines Tages – niedergestreckt von einem verirrten Ball – ins titelgebende Coma fällt. Als er Tage später wieder erwacht, hat sich sein größter Traum erfüllt: Gary kann plötzlich golfen wie ein Halbgott mit Chefambitionen. Weniger wünschenswert ist allerdings die zweite Nebenwirkung seines Unfalls: eine ehrlich dreckige Hardcore-Variante des Tourette-Syndroms, gekoppelt mit dem unwiderstehlichen Drang zur öffentlichen Masturbation. Um diese tragikomische Story, die sich vorwiegend am Golfplatz abspielt, versammelt John Niven jede Menge Nebenschauplätze, auf denen es vor hinreißend schrägen Charakteren nur so wimmelt. Fazit: Ein verflucht amüsantes Buch. Lesen! Und dann mit mindestens drei Wochen Abstand „Kill Your Friends“.
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