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Das Netzwerk / David Ignatius



Das Netzwerk

David Ignatius


Rororo Verlag
Erscheiungstermin: 07/2009
Übersetzer: Tanja Handels und Thomas Merk
Rezension ist von 07/2009
Leserschwert-Genre: Thriller

Ein Insider im Out

„CIA-Agenten bewundern Ignatius, weil er besser als jeder andere Schriftsteller die Feinheiten ihres Geschäfts versteht.“ Das sprach nicht irgendeiner, sondern George Tenet, der von 1997 bis 2004 im Chef-Sessel der Central Intelligence Agency saß. Doch die beeindruckende Präzision, mit der David Ignatius, der zu den renommiertesten Journalisten der USA zählt, seine Agententhriller aus der Weltpolitik fräst, hat auch ihre Schattenseiten – wie selbst Kultregisseur Ridley Scott einsehen musste, der Ignatius’ Bestseller „Der Mann, der niemals lebte“ 2008 verfilmte und trotz Topbesetzung (Leonardo DiCaprio, Russell Crowe) einen veritablen Flop landete. Zu komplex, zu realistisch, zu ambitioniert. Denn im Gegensatz zu den meisten seiner Genre-Kollegen setzt der Nahost-Experte Ignatius nicht auf großkalibrigen Heldenmut im roten Adrenalinbereich, sondern auf komplexes und mitunter recht langatmiges Hintergrundwissen. Das gilt auch für seinen nun auf Deutsch nachgereichten Roman „Das Netzwerk“ aus dem Jahr 1991, in dem ein auf inoffizielle Operationen spezialisierter CIA-Agent Ende der 80er Jahre versucht, die südlichen Sowjetrepubliken zu destabilisieren, und dabei gemeinsam mit seinen zwei Mitarbeitern einen kleinen, aber entscheidenden Schritt zu weit geht – und zwar mitten rein in ein Minenfeld, in dem weder legale noch moralische Grenzen existieren. Leider aber auch keine erzählerischen. Ignatius verschleppt seine Chancen. Mit etwas mehr Zug zum Tor, wäre da durchaus das drinnen gewesen, was draußen draufsteht: ein Thriller.





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