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Die Frauen / T.C. Boyle



Die Frauen

T.C. Boyle


Hanser Verlag
Erscheiungstermin: 02/200
Übersetzer: Dirk van Gunsteren
Rezension ist von 02/2009
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Die Kraft der Egomanie

Bereits mit seinem ersten Roman, der fulminanten Slapstick-Expedition "Wassermusik", rammte Tom Coraghessan Boyle zwei Eckpfeiler seiner Literatur in die Erde: die zynisch-zärtliche Leidenschaft für gesellschaftliche Exzentriker und das brodelnde Interesse an historischen Stoffen. Und er bewies auch, dass seine bildgewaltige und mit pechschwarzem Humor durchzogene Sprachkunst hervorragend dazu geeignet ist, diese beiden Pfeiler zu verbinden. Im Laufe der Zeit fokussierte der 1948 in Peekskill, New York geborene Autor seinen Blick in den Rückspiegel: statt einer historischen Rahmenhandlung rückten auch reale historische Figuren ins Zentrum seines Werks. So nahm er sich 1992 in „Willkommen in Wellville“ den Gesundheitsfanatiker und Cornflakes-Erfinder John Harvey Kellogg zur Brust, 2005 ließ er den legendären Sexualrevoluzzer Alfred C. Kinsey als „Dr. Sex“ im eigenen Saft schmoren. An diese Reihe egomanischer Nonkonformisten knüpft auch sein neues Buch an: "Die Frauen" klinkt sich in das Leben des amerikanischen Star-Architekten Frank Lloyd Wright – also einem weiteren Visionär, der seine Ideen nicht nur in radikalen Bauten umsetzte, sondern auch ein Gedankengebäude für eine völlig neue Weltordnung entwarf. Und natürlich nähert sich der Kultautor Boyle (der übrigens in einem der berühmten Prairie Houses von Wright wohnt) auch dem Kultarchitekten Wright auf einer subtilen Ebene: aus Sicht eines fiktiven Ex-Studenten von Wright und anhand der Frauen, die der egozentrische Kontrollfreak und charismatische Weiberheld in sein elitäres Universum saugte bzw. gnadenlos daraus verbannte. Fazit: Der Wortmagier Boyle schafft es abermals, biografische Fakten und erzählerischer Imagination perfekt zu vereinen – nämlich in großer Literatur.
Bewertung

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