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Rückkehr ins Leben / Ishmael Beah



Rückkehr ins Leben

Ishmael Beah


Piper Verlag
Erscheiungstermin: 10/2008
Übersetzer: Conny Lösch
Rezension ist von 11/2008
Leserschwert-Genre: Biografie

Kinder des Krieges

Von all den erschreckenden Fratzen, die der Krieg aus den finstersten Abgründen der Unmenschlichkeit rekrutiert, gehört der Einsatz von Kindersoldaten zu den schlimmsten. Kinder, oft nicht einmal zehn Jahre alt, die in einem erbarmungslosen System aus Drill und Drogen, Angst und Gewalt zum Töten abgerichtet werden, bevor sie überhaupt die Chance hatten, das Leben zu verstehen. Die über moralische Grenzen geprügelt werden, die sie nicht hinterfragen können. Die mit scharfer Munition Krieg spielen müssen. Weil sie die perfekten Soldaten sind – manipulierbar und austauschbar.
Ishmael Beah aus Sierra Leone war einer von ihnen. Mit zwölf Jahren macht er sich gemeinsam mit seinem großen Bruder, zwei Freunden und einem großen Sack voller Hoffnungen zu einem Rap & Dance-Talentwettbewerb in Mattru Jong auf – und landet in einem Lager der Nationalarmee, in dem sein Talent, eine schwere Kalashnikov zu schultern und eiskalt abzufeuern, trainiert wird. Drei Jahre lang kämpft Ishmael Beah in dem blutigen Bürgerkrieg im Nordwesten Afrikas, drei Jahre lang gilt für ihn die Devise: töten, plündern, überleben. Und er ist einer der ganz wenigen, die dieser Hölle entfliehen können, 1996 gelangt er in ein Rehabilitationscamp der UNICEF. Heute lebt Ishmael Beah in den USA, wo er 2004 seinen Abschluss Politikwissenschaften gemacht hat und sich im Rahmen von Human Rights Watch für vom Krieg betroffene Kinder engagiert. Seine Erinnerungen wurden zum Bestseller. Allerdings nicht in Form einer Anklage, eines Schuldbekenntnisses oder einer Kampfschrift. Sondern als nüchterner – ja fast lakonischer – Bericht des Schreckens, der ohne jegliches Pathos geradlinig unter die Haut geht. Wenn Beah schreibt, „Töten war so leicht geworden wie Wasser trinken“, dann meint er das auch genau so.


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