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Blind / Joe Hill



Blind

Joe Hill


Heyne Verlag
Erscheiungstermin: 04/2007
Übersetzer: Wolfgang Müller
Rezension ist von 03/2007
Leserschwert-Genre: Mystery

Thronfolger

Während die Filmindustrie das gute alte Horror-Genre, von der Psycho-Hirnquetsche bis zum brachialen Beuschelreißer, genüsslich ausweidet, meldet sich die Literatur derzeit in dieser Disziplin kaum zu Wort. Dementsprechend erfrischend war es, zu lesen, dass ein junger US-Autor namens Joe Hill neulich sein Debüt ins übersinnliche Kielwasser von Genre-Größen wie Stephen King setzte und damit für spitze Kritiker-Jauchzer sorgte – gefolgt vom sofortigen Abschöpfen der Filmrechte durch Warner-Bros.
Tatsächlich ist „Blind“ ein feines Buch. Der angekündigte Horror tastet sich zwar nur langsam in den Plot, seine beklemmende Wirkung verfehlt er aber keineswegs. Im Mittelpunkt der Story steht der alternde Gothic-Rockstar Judas Coyne, der, neben blutleeren Groupies mit schwarzen Lippen, makabre Raritäten sammelt. Und daher keine Sekunde zögert, als im Internet ein echter Geist zur Auktion angeboten wird. Ein Kauf, den Coyne aber schon sehr bald und sehr intensiv bereuen wird …
Joe Hill hat sich mit diesem Roman völlig zu Recht einen Namen gemacht – den er allerdings längst hatte. Denn wiewohl sich der Verlag über die Herkunft des Newcomers in nobles Schweigen hüllt, hat sich herumgesprochen, dass in seinem Taufschein nicht Joe Hill, sondern Joseph Hillstrom King steht. Womit sich oben erwähntes Kielwasser schlagartig zu väterlichem Blut verdickt.

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