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Noir / Olivier Pauvert



Noir

Olivier Pauvert


Heyne Hardcore Verlag
Erscheiungstermin: 03/2007
Übersetzer: Oliver Ilan Schulz
Rezension ist von 04/2007
Leserschwert-Genre: Genre auswählen

Noir, ohne Rouge

„Ich nehme gerade einen tiefen Zug von dem Joint, als das Geräusch erneut zu hören ist. Überrascht drehen wir uns zu der Böschung um, von der das Raunen kommt. Nach einigen Sekunden folgt ein Gurgeln, ein feucht klingender Seufzer. Der andere schaut mich an, ich weiß, was er denkt: Hinter diesem Hügel sind zwei Spaßvögel, die das kühle Gras und die tiefe Nacht nutzen, um eine Nummer zu schieben. Ich stelle mein Glas ab, kichere und drücke ihm den Stummel in die Hand. Auf allen vier kriechen wir den Hügel hoch. Da unten ist wirklich eine Venus. Nackt. Sie ist mit einem Draht an einem Baum aufgehängt, ihre Füße schaukeln zehn Zentimeter über dem Boden, der schwarz ist. Schwarz vor Blut.“
So beginnt „Noir“. Aber das schwarze Blut lässt den Farbton, mit dem der französische Autor Olivier Pauvert seinen gefeierten Debütroman grundiert, lediglich zart anklingen. Danach geht’s nämlich ab in einen wirklich finsteren Tunnel, an dessen Ausgang der namenlose Held dieser Geschichte in eine fremde Welt und eine fremde Zeit gekotzt wird - als mongoloider Outlaw, als Freak zwischen Leben und Tod, als subversiver Fehler im System. Und das System heißt Faschismus. Frankreich ist zu einem totalitären, rassistischen Überwachungsstaat mutiert, die Manövriermasse Mensch längst auf tumben Gleichschritt programmiert. Aber es gibt einen brodelnden Untergrund, in dem nicht einmal die Rache süß ist. Sondern bitter und sehr brutal ...
Die Story, die Pauvert in dieses dunkle Zukunftsszenario fräst, wurde definitiv nicht aus Jux und Tollerei in der „Hardcore“-Reihe von Heyne ediert und erinnert strukturell stark an den Erzählstil von David Lynch. Viel Verstörung, wenig Aufklärung. Und für den Leser kaum Chancen, zwischen atmosphärischen Stärken und stilistischen Schwächen zu unterscheiden.

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