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Das Spiegellabyrinth / Frank Beddor



Das Spiegellabyrinth

Frank Beddor


dtv premium Verlag
Erscheiungstermin: 02/2006
Übersetzer: Gyldan Stern, Edgar Müller und Dagmar Andrea Sivas
Rezension ist von 02/2007
Leserschwert-Genre: Fantasy

Martial-Arts-Märchen

Es ist eine seltsame Geschichte, dass dieser Roman bei seinem ersten Erscheinen vor knapp zwei Jahren die mediale Aufmerksamkeit nur zart touchierte. Immerhin lief „Das Spiegellabyrinth“ mit dem ehrenwerten Titel „Book of the Year 2004“ der Times im deutschsprachigen Raum ein. Ebenso verwunderlich ist, dass dtv den zweiten Anlauf nun im Trikot seiner „junior“-Edition startet. Denn wiewohl sich Frank Beddors Debüt bei Personal und Plot hemmungslos im Wunderland von Lewis Carroll bedient, ist „Das Spiegellabyrinth“ keineswegs ein Kinderbuch, sondern ein Martial-Arts-Märchen, in dem sich Blutrunst, Rache, Gier, Intrigen und Krieg mit der gleichen phantastischen Intensität entfalten wie Heldenmut, Moral und Liebe. Und zwar in einem Tempo, das einem die Ohren fugendicht anlegt.
Der Amerikaner Frank Beddor, in dessen Bio sich neben so illustren Tätigkeiten wie Hollywood-Filmproduzent, Schauspieler oder Stuntman auch zwei Weltmeister-Titel im Freestyle-Skiing finden, stürzt sich mit diesem Buch, das den Auftakt zu einer Trilogie bildet, in eine brachiale Genre-Vertikale. Die Geschichte der kleinen Prinzessin Alyss, die – nachdem ihre Eltern von Alyss’ ergreifend böser Tante Redd und deren grinsendem Killer-Kater dahingemetzelt wurden – mit Hilfe einer schillernden Gruppe von Verwegenen versucht, das magische Wunderland zu retten, und nebenbei einen kleinen Zeitsprung ins viktorianische London absolviert, sprengt jegliches formale Korsett. Die beeindruckende Bandbreite, die Beddor hier bedient, ohne aus den stilistischen Spurrillen seiner Story zu schlittern, reicht vom Fantasy-Thrill bis zur politischen Parabel. Bleibt unterm Strich: ein in jeder Hinsicht wunderbares Buch.
Bewertung



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