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Generation 1000 Euro / Antonio Incorvaia / Alessandro Rimassa



Generation 1000 Euro

Antonio Incorvaia / Alessandro Rimassa


Goldmann/Manhattan Verlag
Erscheiungstermin: 01/2007
Übersetzer: Claudia Franz
Rezension ist von 01/2007
Leserschwert-Genre: Real Life

Für eine Handvoll Euros

Blog-Buster: Das erste Wort, das in diesem Roman zu lesen ist, lautet: „Scheiße!“ Ebenso das letzte. Zwischen dieser Klammer aus „Scheiße!“ erstreckt sich auf knappen 160 Seiten einerseits die Geschichte eines beispielhaften Verlierers der modernen Arbeitswelt, andererseits eine beispiellose Erfolgsstory. Denn als die beiden italienischen Autoren Antonio Incorvaia und Alessandro Rimassa ihre prekären Lebenserfahrungen in einem launigen Roman kanalisierten und diesen dann im Internet parkten, öffneten sie ein Ventil für eine ganze Generation von Menschen, denen der Zynismus optimierter Management-Strategien ein besonders feines Plätzchen eingerichtet hat: Sie sind jung, hoch qualifiziert, voll motiviert und – wenn überhaupt – miserabel bezahlt. www.generazione1000.com entwickelte sich in kürzester Zeit zum Epizentrum einer gesellschaftlich brisanten Methodik, die in ganz Europa brodelt. Das Prinzip Hoffnung, kapitalistisch angewandt. „Keinerlei Garantien, nur Psychoterror, Erpressung, Bedrohung. Zeitverträge, die dich direkt aufs Abstellgleis befördern oder die im besten Fall in andere Zeitverträge übergehen. Weder Zukunft noch Gegenwart lassen sich planen. Das ist nicht befristete Arbeit, sondern befristetes Sein.“ Mit Sätzen wie diesen löste das Autorenduo die Isolierung vom entzündeten Zeitnerv der sogenannten „Generation Praktikum“. Dass der Roman – in dessen Mittelpunkt der Jungakademiker Claudio steht, der als Marketing-Assistent in einer großen Telekommunikationsfirma exakt 1028 Euro pro Monat zum Verprassen verdient und sich täglich durch einen mit finanziellen Damoklesschwertern ausgesteckten Sozialslalom schwindelt – stilistisch betrachtet keine Sterne vom Himmel holt, ist dabei kaum von Bedeutung. Diesem Buch reicht die Wirklichkeit. Und der Galgenhumor, mit dem es ihr begegnet.
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