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Logoland / Max Barry
Willkommen in der schönen neuen Welt: Die gierigen Tentakel des (US-)Kapitalismus umspannen einen ...

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Chefsache / Max Barry



Chefsache

Max Barry


Heyne Verlag
Erscheiungstermin: 12/2006
Übersetzer: Friedrich Mader
Rezension ist von 12/2006
Leserschwert-Genre: Satire

Versuchskaninchen im Hamsterrad

Trademark Max: Am Anfang dieser Erfolgsstory steht, wie so oft, eine Glanzidee. Diese hier datiert aus dem Jahre 2002, als der australische Autor Max Barry seine Globalisierungs-Satire „Logoland“ auf die Startrampe schob, deren zutiefst böswilligen Trademark-Plot er aus folgender Situation entwickelte: Um die Nachfrage an 2500-Dollar-Sneakers ein wenig anzukurbeln, ersinnen zwei Marketing-Brainies aus dem Nike-Imperium eine todsichere PR-Strategie, die dem Trend-Treter die nötige Street-Credibility verpassen soll. Die Botschaft: Der Schuh ist extrem heiß. Die Kampagne: Zehn Käufer werden deshalb auf offener Straße erschossen ... Nicht trotz, sondern genau wegen dieser plakativ-satirischen Zukunftsaussicht, die bereits im zweiten Gedankengang massiv an realem Boden gewinnt, geriet „Logoland“ zum Kultbuch. Barry bretterte mit einem derart gnadenlos ins Blech gestemmtem Gaspedal in die Sackgasse des Kampfkapitalismus, dass man ihm verzeihen musste, wenn ihm gelegentlich das intellektuelle Heck ausbrach. Die Erwartungslatte für seinen neuen Roman lag also auf der abgehobenen Augenhöhe des nackten Zynismus des gut gekleideten Establishments. „Chefsache“ schraubt sich zwar nicht mit einem vergleichbaren Action-Gewinde in die glattrasierte Fratze moderner Managementmethoden, doch der Schuster blieb bei seinem Leisten. Diesmal schleicht Barry über eine leise Hintertreppe, um in jenen Business-Etagen, in denen man das Wort Moral nicht mal buchstabieren kann, zur herzhaften Stereotypenjagd zu blasen. Der Held seiner Geschichte ist der junge, bis in die Haarwurzeln motivierte Anzugträger Stephen Jones, der erstmals das Portal von „Zephyr Holdings“ betritt – mit gleißenden Erwartungen und keinem blassen Schimmer davon, dass er soeben auf einem subtil navigierten Experimentierkasten angeheuert hat ...

Bewertung

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