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Bankrock / Steve Compatibel



Bankrock

Steve Compatibel


Novum Verlag Verlag
Erscheiungstermin: 10/2005
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 10/2005
Leserschwert-Genre: Szene

Realitäts-kompatibel

Mal abgesehen von jener Hand voll Butterseitlingen, die der Zeitgeist nach eingehender Marktanalyse zur Ausnahme der Regel kürt, funktioniert das Leben eines Künstlers im allgemeinen so: Aufplatzen tut es in der Pubertät, wie ein dunkelviolettes Wimmerl und mitten rein in die knisternde Orientierungslosigkeit zwischen den ersten fremden Knöpfen und Zippverschlüssen, hinter denen körperliches Neuland duftet, und der ersten massiven Pelzpappen nach einer Nacht, die ohne Erinnerung bleibt. Mit Anfang 20 gedeiht das Künstlerleben ganz prächtig zu einem großen Lebensentwurf, weswegen sich der prolongierte Künstler vorwiegend unter Menschen mischt, deren Realitätssinn von ähnlichen Fantasien unterminiert wird. Mitte 20 ist der Künstler dann soweit abgedriftet, dass er jeden noch so popeligen Minimalerfolg als wasserdichten Beweis für die Richtigkeit seines Weges interpretiert. In der Zielgeraden der 20er ändert das Leben allerdings ganz plötzlich seine Strategie und zieht dem Künstler den Knüppel, den es ihm bisher regelmäßig zwischen die Beine warf, ohne Vorwarnung voll über die Rübe. Die Künstlerseele taucht ab und meldet sich nur noch in jenen Momenten, in denen ihr Wirtstier, meist unter Einsatz chemischer Kampfstoffe, existenziell grundeln geht. Das bleibt so bis zur Krise der Lebensmitte, in der die Künstlerseele unerwartet zu ihrem letzten tragikomischen Auftritt kommt; ab dann spielt sie nur noch die verlogene Rolle einer Möglichkeit, die nie genutzt wurde …
Davon können viele ein Lied singen. Oder ein Buch schreiben. Oder ein Bild malen. Tun’s aber natürlich nicht. Einer der es getan hat, ist der im guten Jahrgang 1968 geborene Steirer Stefan Lackner, der seinen Traum vom Leben als Schriftsteller zunächst gegen den Traum vom Leben als Musiker eintauschte, diesen dann in die Schweiz verlegte und dort 1995 nach einigen lokalen Achtungserfolgen unter der Berufsbezeichnung ,Finanzplaner’ beerdigte…
Aber siehe da, nach einigen erfolgreichen Jahren begegnet Stefan Lackner in dieser Erde seinen Wurzeln. Nennt sich fortan Steve Compatibel, gründet eine neue Band, schreibt sein erstes Buch. Und worum geht es in dem Buch? Nun, es geht darum, wie das Leben eines Künstlers im allgemeinen so funktioniert …


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