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Projekt Babylon / Andreas Wilhelm



Projekt Babylon

Andreas Wilhelm


Limes Verlag
Erscheiungstermin: 02/2006
Rezension ist von 03/2006
Leserschwert-Genre: Mystery
3 Besucherkommentare zu diesem Buch.

Projekt Babybrown

Es ist wirklich bemerkenswert, mit welch wilder Entschlossenheit das Verlagswesen derzeit alles auf den Literaturmarkt prügelt, was ansatzweise nach Dan Brown duftet. Hier wird Abgelutschtes mit einer Nonchalance weiter abgelutscht, dass sogar die Pornoindustrie der nackte Neid packen muss, ein Verweis auf den Heiligen Gral zählt längst zum Standardrepertoire der Klappentexter. Da mittlerweile aber auch die Leser übermausert haben, dass es sich dabei nicht um einen Boom, sondern um eine regelrechte Epidemie handelt, versucht man nun, sich zart vom eigenen Zugpferd zu distanzieren: So ähnlich wie „Sakrileg”, aber doch ganz anders, lautet zur Stunde die Zauberformel. Wie etwa im Fall des jungen deutschen Autors Andreas Wilhelm, dessen „Projekt Babylon” (allein der Titel lässt einen ganzen Schwarm übler Schwäne aufflattern) ein dankbares Beispiel dafür ist, wie man die vorbildlichen Versatzstücke gut durchmischt und dann zu einem neuen Mosaik zusammensetzt.
Ausgangspunkt zur mythischen Rätselrallye ist diesmal eine versteckte Höhle in Frankreich, an deren Wänden sich Texte und Symbole aus den unterschiedlichsten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte finden und deren Kern durch eine Schranke aus einem sphärischen Licht gesichert ist. Um hinter das Geheimnis dieser Höhle zu kommen, werden drei Wissenschaftler - ein französischer Archäologe, ein englischer Historiker und eine deutsche Sprachwissenschaftlerin - von der UN mit allem technischen Schnickschnack ausgestattet und unter höchster Sicherheitsstufe an den mysteriösen Fundort geschickt. Die erste Hälfte ihrer Nachforschungen inszeniert Wilhelm als eine Art Kammerspiel, in dem sich die Story gekonnt anhand der feinen Dialoge entwickelt, aber dann poltern leider die obligaten Weltverschwörer samt satanischer Geheimbruderschaft ins Bild und plätten den gar nicht so unoriginellen Plot in geübter Manier. Für Genre-Rookies durchaus spannend, für Kenner altbekannt.

Bewertung



Ihr Kommentar
 3 Kommentare zu diesem Buch.

Ihre Meinung zu diesem Buch »

mano brechro schrieb am 24.10.11, 15:06taugt wirklich nicht viel. schliesse mich dem dieter an :-)
Der Dieter schrieb am 04.06.10, 7:04Meine Meinung: Lasst die Finger davon und bleibt beim Original.
Andreas Wilhelm schrieb am 30.09.06, 15:54Liebe Leserschwert-Redaktion, danke für eure Rezension meines Roman, die ja gar nicht einmal schlecht ausgefallen ist. Auf einen Punkt muss ich allerdings ausdrücklich hinweisen. Ihr schreibt: "Es ist wirklich bemerkenswert, mit welch wilder Entschlossenheit das Verlagswesen derzeit alles auf den Literaturmarkt prügelt, was ansatzweise nach Dan Brown duftet (...) Da mittlerweile aber auch die Leser übermausert haben, dass es sich dabei nicht um einen Boom, sondern um eine regelrechte Epidemie handelt, versucht man nun, sich zart vom eigenen Zugpferd zu distanzieren: So ähnlich wie „Sakrileg”, aber doch ganz anders, lautet zur Stunde die Zauberformel." Dabei geht ihr davon aus, dass die Mechanismen im Buchmarkt tatsächlich so kurzfristig greifen, wie ihr euch das vorstellt. Das Gegenteil ist der Fall. Ein so komplexes Buch wie "Projekt Babylon" ist weder in wenigen Monaten geschrieben, noch publiziert und vertrieben - anders, als das vielleicht bei eingekauften Lizenzen oder Trivialliteratur der Falls sein mag. Mein Manuskript lag dem Verlag bereits vor, als zum Beispiel Dan Browns "Sakrileg" noch gar nicht in Deutschland erschienen war. Ich habe mich kurz darauf über Dan Browns quasi Vorwegnahme dieser Themen sehr geärgert habe, und befürchtete schon ebensolche Effekte, wie ihr sie nun leider etwas klischeehaft belegt, aber das Buch ließ sich dennoch nicht schneller veröffentlichen, denn die Programme sind langfristig verplant. Auch, dass Kate Mosse übrigens in "Das verlorene Labyrinth" ein halbes Jahr vor meinem Erschienen ebenfalls eine Höhle im Languedoc verwendet, ließ sich leider nicht verhindern. "Vorwürfe" wie diese treffen mich und den Verlag jetzt - natürlich - immer häufiger, und ich habe Mühe, dagegen anzugehen. Eine Zeitlang hieß es: "Jetzt machen alle Dan Brown nach", inzwischen ist der Vorwurf zu "Ja, jetzt wollen alle doch irgendwie anders als Dan Brown sein" geworden - komischerweise widersprechen sich beide, und zugleich treffen sie beide weder hinsichtlich der Intention, der Inhalte noch hinsichtlich des zeitlichen Rahmen auf dieses Buch zu. Mehr über das Buch, meine Intention und die Geschichte der Veröffentlichung ist übrigens in der (etwas besser informierten) Rezension der Amazon-Redaktion und in den Interviews mit mir (u.A. auf Krimiforum.de und Mr.Fantastik) ausführlich nachzulesen. Sie sind hier verlinkt: www.projekt-babylon.de/start/buch/noflash.html Was in dieser Rezension als Mutwillen - offenbar in gleichen Teilen Anbiederung wie auch Abgrenzung - bezeichnet wird, hatte ich vor vielen Jahren bereits verfasst und verkauft, zu einer Zeit, als Dan Brown und der unsägliche Boom noch nicht existierten. Inhaltlich geht es hier darüber hinaus - anders als in den zur Zeit gängigen Thrillern dieser Art - ausdrücklich *nicht* um angeblich authentische Rätsel irgendwelcher Geheimgesellschaften. Die Fülle an Theorien und Ideen (die nun wirklich alle auch deutlich älter als Dan Brown und Konsorten sind) werden allesamt ganz absichtlich ad absurdum geführt und für nichtig erklärt, ähnlich wie in Umberto Ecos etwas schwerer zugänglichen "Das Foucaultsche Pendel", und das ist der eigentliche doppelte Boden der Geschichte. Nicht umsonst steht der Geschichte ein Zitat von Roger Bacon "Über die Nichtigkeit der Magie" voran. Dan Brown Fans werden also natürlich enttäuscht sein, und für dieses Publikum ist der Roman auch nicht gedacht, denn derartige womöglich ernst gemeinte oder als "echt" verkaufte Verschwörungstheorien und actionlastigen Thriller sind nicht mein Geschmack. Und aus diesem Grund gibt es hier auch aus ausdrücklich *keine* Weltverschwörung, wie es in der Rezension nahe gelegt wird. Hier wird eine gänzlich andere Geschichte erzählt. Und die führt im Folgeroman auch noch wesentlich weiter in die Vergangenheit der Menschheit, wo dann hoffentlich klar wird, dass dieses Buch nichts dem zu tun hat, was ihm hier voreilig - und wohl aufgrund allzu flüchtiger Lektüre - unterstellt wird. Für die enthaltenen Beurteilungen wie "nicht so unorigineller Plot", "in geübter Manier" bedanke ich mich natürlich dennoch. Besten Gruß, Andreas Wilhelm


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