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Das schwarze Blut / Jean-Christophe Grangé



Das schwarze Blut

Jean-Christophe Grangé


Ehrenwirth Verlag
Erscheiungstermin: 03/2006
Übersetzer: Barbara Schaden
Rezension ist von 03/2006
Leserschwert-Genre: Hardcore-Thrill

In Blut getaucht

Wer sich Anfang der 90er bei einer verkifften Bohème-Fete nicht als cineastischer Blindgänger outen wollte, musste Luc Bessons „Im Rausch der Tiefe“ mindestens drei Mal gesehen haben. Eine der Hauptrollen in diesem fulminanten Free-Diving-Epos spielte der damals noch kaum bekannte französische Superstar Jean Reno, der wiederum im Jahr 2000 als Commissaire Niemans in dem Thriller „Die purpurnen Flüsse“ (für dessen grottenschlechtes Sequel übrigens Luc Besson das Script lieferte) maßgeblich am internationalen Durchbruch des Autors Jean-Christophe Grangé beteiligt war und auch in dessen letzter Filmadaption „Das Imperium der Wölfe“ die Hauptrolle übernahm. Ein Schelm könnte demnach denken, dass der Spannungs-Maître bereits bei der Rohskizze zu seinem neuen Thriller, der in Frankreich direkt auf Platz 1 der Bestsellerliste einschlug, mit einem Auge auf die Leinwand schielte; denn Jacques Reverdi, der Serienmädchenmörder, der „Das schwarze Blut“ in die dunkelsten Abgründe der menschlichen Psyche tropfen lässt, ist (Überraschung!) Ex-Weltmeister im Freitauchen. Allerdings taucht Reverdi, als sich der - vom Bösen magisch angezogene - Pariser Boulevard-Journalist Mark Dupeyrat, an seine Fährte heftet, weder im Meer noch im Blut, sondern sitzt in der Todeszelle eines malaysischen Gefängnisses. Die einzige Möglichkeit, an den mysteriösen Ritualmörder, der jede Aussage verweigert, ranzukommen, ist der Briefkontakt. Also schlüpft Mark, samt beiliegendem Foto eines befreundeten Models, in die Rolle einer jungen Psychologiestudentin, und seine Finte klappt: tatsächlich verliebt sich Reverdi sogar in seine neue Brieffreundin. Was Mark allerdings nicht eingeplant hat, ist, dass Reverdi die Flucht gelingen könnte … Wie üblich schert sich Grangé einen Dreck um die klaren Grenzen zwischen Gut und Böse; um die Nerven seiner Leser übrigens auch.

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