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Staying Alive / Matt Beaumont



Staying Alive

Matt Beaumont


Bastei Lübbe Verlag
Übersetzer: Claudia Geng
Rezension ist von 01/2006
Leserschwert-Genre: Szene

Komische Plotitüden

Es lässt sich zwar schwer leugnen, dass der Name Beaumont an einem Schriftsteller ein wenig affig wirkt, andererseits muss man aber zugeben, dass Matt seinen Beaumont bisher durchaus würdig durch die Literaturszene trägt. Bereits sein Debüt „E-Mail an alle“, eine saukomische Satire auf die Werbebranche (in der des Autors berufliche Wurzeln stecken), beeindruckte nicht nur formal – immerhin 430 Seiten ausschließlich E-Mails –, sondern auch inhaltlich und katapultierte den Briten aus dem Stand in die internationalen Bestsellercharts. Und auch der 2003 erschienene Nachbrenner „Gummi“, eine sehr, sehr boshafte Slapstick-Orgie, die ihre triefenden Fettnäpfe ebenfalls quer durch die schnöde Werbewelt verteilt, sorgte für vernünftigen Grip am Ladentisch. Die Latte für Beaumonts dritten Roman „Staying alive” lag also recht hoch …
Und sie wackelt. Matt Beaumont reitet zwar immer noch seinen bekömmlichen, trockenen Brit-Humor, die schwache Story wässert aber stark nach. Antiheld der Antihandlung ist Murray, ein junger – Überraschung! – Werbefotograf, der angesichts eines vermeintlichen „Sacktumors“ das Ende nahen sieht und mit dem Rücken zur existenziellen Wand seinen inneren Schweinehund von der Leine lässt. Aus Murray, dem verklemmten Warmduscher („Würde man mich als Tortendiagramm darstellen, würde Putzfimmel mit über siebzig Prozent das größte Kuchenstück bilden, während E-Gitarre spielen, Weiber flachlegen und am eigenen Erbrochenen ersticken lediglich ein verschwindend schmaler Keil wäre.“) wird Murray, der unberechenbare Kaltwasserspringer. Selbstredend ist es literarisch legitim, latente Todesangst als Teppich für Situationskomik auszurollen, allerdings fordert ein derartiger Plot eine extrem feine stilistische Klinge. Und über genau die hüpft Beaumont auf der Jagd nach der schnellen Pointe zu oft und zu flockig drüber. Das Buch ist ausgesprochen komisch, trotzdem fehlt ihm jene Tragikomik, die es eigentlich fordert.
Bewertung

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