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Vier Freunde / David Trueba



Vier Freunde

David Trueba


Diana Verlag
Rezension ist von 5/2002
Leserschwert-Genre: Road Story

Reise zum Mittelpunkt der Beine

Expedition in die Schweinebucht. In achtzig Tagen um den Arsch. Zwanzigtausend Meilen unter den Irren. Vier Freunde, alle End-Zwanziger, gehen auf Reise. Solo, Sohn aus überheblichem Bürgerhaus mit physischem und psychischem Hang zum rebellischen Vandalismus, Raúl, Zufallsvater (Zwillinge) und Opfergatte (Drache) mit ausgeprägtem Sinn für sexuelle Perversionen, Claudio, ein coolhundiger Womanizer erster Güteklasse aus der sozialen Unterklasse, und Blas, der Dicke mit Glatze und dem streichelweichen Phlegma eines Brummbären. Zwei Wochen, ein Ziel: saufenvögelnfeiern.
Im zweiten Roman des spanischen Senkrechtstarters David Trueba („Die ganze Nacht geöffnet“) geht die postpubertäre Post ab wie ein gesengtes Wildschwein. Da ist alles drin, was einen ab einer gewissen Hirnentwicklung gehörig nervt: Altklugscheißerei, Schnodder-Coolness, spontanemotionale Epizentren, Sex, Alk & soweiter. ABER: Trueba, dem selbst der hoch hängende Spiegel ein „Erzähltalent ersten Ranges“ zurückgeworfen hat, spielt mit den klassischen Versatzstücken des Erwachsenwerden-Panik-Genres derart brillant, dass man sich (ab einer gewissen „Hirnentwicklung“) nichts mehr wünscht als ein Rad der Zeit. Eine geniale Vivisektion; komisch, zynisch, ironisch, grotesk, geil, ehrlich. Ich jedenfalls hab gebrüllt wie ein Lachaffe.
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