suche

impressum



fundgrube
Cryptonomicon / Neal Stephenson
Dem medialen Gesetz des Voneinanderabschreibens folgend findet man den Namen Neal Stephenson meist ...

weiterlesen

Das Imperium der Wölfe / Jean-Christophe Grangé
Im Türkenviertel von Paris werden drei Leichen gefunden – alle drei weiblich, rothaarig und ...

weiterlesen

Im Land der Freien / Andreas Altmann
„Flug über Grönland. Ich sitze Gangseite. Als ich den Kopf nach rechts drehe, landet mein Gesicht im ...

weiterlesen


newsletter
Elektrofrisch ins E-Mail Postfach: mit dem Leserschwert-Nachrichtendienst verpassen Sie nie die aktuellsten Rezensionen.
Jetzt anmelden!



    « zurück
Abspann / Steve Tesich



Abspann

Steve Tesich


Fischer Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 10/2001
Leserschwert-Genre: Genre auswählen

Eine richtige Drecksau

Es ist schon eine besondere Kunst, eine Figur zu erfinden, die so umwerfend unsympathisch ist, dass man sich ihrer Faszination einfach nicht entziehen kann. Martin Amis etwa schuf eine derartige Kreatur in seinem (schmählich unterbewerteten) Frühwerk „Gierig“, oder auch Will Self, der in seinem (bisher besten) Roman seinem ,dicken Kontrolleur‘ jede Menge niederträchtigsten „Spaß“ gönnte.
Saul Karoo ist ebenfalls so eine richtige Sau. Er ist Mitte 50, lebt in New York, leidet an so ziemlich allem, was sich zwischen Alkoholismus und Zirrhose in einem Luderleben so ansammelt, und nennt sich selbst „Skriptflicker“ – was im Klartext bedeutet, dass er einer der gesuchtesten Profis im Umschreiben missglückter Drehbücher ist und dieses hohe berufliche Ansehen genüsslich dazu nützt, seine Umwelt mit Untergriffen aller Art auszuweiden. Wobei ihm sein skalpellscharfer Verstand das passende Instrumentarium liefert.
Natürlich erwartet man, dass sich Saul in einer biblischen Wandlung zu einem Paul entwickelt, dass das Gute im Menschen letztendlich gewinnt. Aber Steve Tesich, dessen eigener „Abspann“ sich 1996 im Alter von nur 53 Jahren, also noch vor Erscheinen dieses Romans, von der Rolle löste, wusste, dass das Leben nur ganz selten Märchen schreibt. Ein böses, zynisches, aber zugleich komisches und zutiefst menschliches Buch, das nun endlich auch im Taschenformat zu haben ist.
Bewertung



Ihr Kommentar
Ihr Name *
E-Mail
Ihre Meinung *
 
  Bitte geben Sie den Code aus der Grafik ein:
 

Alle mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden!