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Hauptsache Schampus / Jil Karoly



Hauptsache Schampus

Jil Karoly


Rowohlt Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 10/2001
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Frauen-Power als Trendkost

Es ist schon erstaunlich, wie der Zeitgeist seine Heuler in den Markt hetzt. Während der so genannte „Weiber-Roman“ Anfang der 90er imagemäßig noch in Griffweite des unseligen „Arzt-Romans“ grundelte, ist das Genre heute (nicht zuletzt dank Helen Fieldings Meilenstein „Bridget Jones“) hip wir nur was. Sie heißen zwar immer noch „Weiber-Romane“, die Konnotation hat sich aber vom schmuddeligen Schund zur rubelrollernden Trademark entwickelt. Und so ganz nebenbei auch die Qualität. Kurz: Die Spritzigkeit hat sich vom Feuchttraumatischen verabschiedet.
Eine, die quasi in der Lok dieses Erfolgszugs sitzt, ist Jil Karoly. Mit „Mannomann“, „Ein Mann für eine Nacht“ und „Mein wundervoller Wonderbra“ stellte sie drei Seller in die Regale, die alle Seiten des Trend-Genres mit reichlich Butter unterstrichen: ein trashiger, aber sattelfester Stil, Frauen-Power mit galliger Selbstironie, zart-dunkler Humor und eine zutiefst schlampige Sicht auf Männer, die Welt und den Rest. Das ist auch in ihrem neuen Roman so, der eine nette Quadratur des Kreises beschreibt. Denn im Mittelpunkt steht ein Literaturprofessor, der, vom Neid befressen, unter einem weiblichen Pseudonym einen erfolgreichen „Weiber-Roman“ schreibt und sich schon bald danach am gesellschaftlichen Herd wiederfindet. Allerdings in Teufels Küche …
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