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Mai 3D / Alexa  Hennig von Lange / u.a.



Mai 3D

Alexa Hennig von Lange / u.a.


Ullstein/List Verlag
Erscheiungstermin: 5/2001
Rezension ist von 6/2001
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Lies lieber ungewöhnlich

Der deutsche Literaturnachwuchs ist offenbar gerade dabei, das zu entdecken, was der amerikanische Literaturnachwuchs vor ca. 10 Jahren entdeckte: die Realität der eigenen Generation; damals hieß sie X, heute heißt sie Y, aber das ist völlig Wurscht. Gemeinsam ist den AutorInnen, dass sie versuchen, den vom Zeitgeist künstlich aufgedonnerten Alltag von x-beliebigen (bzw. y-beliebigen) Jungmenschen soweit abzuschminken, bis sich die reine Wahrheit durchs Papier frisst, formal und inhaltlich. Damit dies gelingt, muss man aber zuvor natürlich in die Vollen greifen und das ganze Programm, das sich zwischen Sex, Drogen und Rock’n’Roll bietet, möglichst schnoddrig abfeiern. Freilich im Sinne der folgenden Katharsis …
Ein hübsches Ziel, nur leider hat die Sache einen unschönen Haken: Es ist total fad. Im Falle der deutschen Realo-Liga sogar doppelt fad, weil bereits gegessen. Und so versumpfen auch die drei Newcomer, die sich hier via Tagebuchroman ans eigene Lebensgefühl heranpirschen, in genau jenen Belanglosigkeiten, die man für gewöhnlich vergessen will, wenn man ein Buch liest. Wobei sich nicht verleugnen lässt, dass in den aus der Hüfte gefeuerten Worthülsen tatsächlich sowas wie die Wirklichkeit einer Generation schlummert, aber dem Anspruch der Literatur hechelt „Mai 3D“ vergeblich hinterher.
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