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Perlen für die Säue / Peter Johannes



Perlen für die Säue

Peter Johannes


Ullstein Verlag
Rezension ist von 4/2001
Leserschwert-Genre: Satire

Kurz vor Redaktionsschluss

Zugegeben, wenn man seine trockenen Brötchen selbst in der Medienbranche, die laut Volksmund in Sachen Undurchsichtigkeit lediglich von der hohen Politik unterbuttert wird, verdient, stürzt man natürlich in besonders gieriger Geiermanier auf einen Roman herab, der erstens tief im Sumpf dieser Szene wühlt und zweitens bereits im Titel so viel Wahrheit offenbart. Da geht’s uns Journalisten nicht anders als jedem x-beliebigen glibbrigen grünen Männchen, das einen SciFi-Heuler rezensieren soll. Aber tun wir mal so, als gäbe es diesen inzüchtigen Blick nicht, tun wir mal so, als wäre Peter Johannes in Wirklichkeit nicht ein Pseudonym des Brancheninsiders Gundolf S. Freyermuth, der u.a. für Spiegel, stern und Tempo arbeitete. Wieviele Perlen und, vor allem, wieviele Säue bleiben dann übrig …?
Jede Menge. Denn dieser Roman glänzt vor allem durch seinen exzellenten Aufbau. Am Anfang steht der Mord an einem Chefredakteur, der das Wort Moral nicht mal buchstabieren konnte und kurz vor dem geschmacklosen Höhepunkt seiner untergriffigen Karriere stand. Und dann schickt uns Freyermuth in eine lange Mordnacht, in der er gekonnt mit Perspektiven, Zeitabläufen und äußerst plastischen Charakteren jongliert, bis aus den vielen bunten Mosaiksteinen ein großes, schwarzes Unsittengemälde entsteht. Fazit: Willkommen am Boulevard des Lebens.
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