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La la la / Shen Wang Mianmian /



La la la

Shen Wang Mianmian /


KiWi Verlag
Übersetzer: Karin Hasselblatt
Rezension ist von 10/2000
Leserschwert-Genre: Stories

Exzentrisches aus dem Reich der Mitte

Jetzt mal unter uns; was für ein Bild hat man so gemeinhin als aufgeschlossener Mitteleuropäer von den Chinesen? Japaner ohne Fotoapparat? Assoziationen zu einem ferngesteuerten Ameisenhaufen, nur dass die Ameisen dort drüben eben auf blechernen Fahrrädern durch die karge Gegend quietschen? Oder vielleicht die paranoide Variante vom schlafenden Riesen, der, sobald er aus seinem sozialistischen Traum aufschreckt, den Rest der Welt beim Gurgeln schluckt? Nun, man könnte hier von einer so genannten verkürzten Perspektive reden, oder aber auch von einer gewissen Kürze des Intellekts. Eine gute Gelegenheit, in dieser Causa ein paar wichtige Meter zu machen, bieten die autobiografischen Erzählungen „La la la“ der jungen chinesischen Schriftstellerin Mianmian, die in ihrer Heimat a) zensuriert und folglich b) raubkopierter Kult ist.
„Mein Buch ist wie mein Leben: sex, drugs and rock’n’roll. Allerdings ist es in Wirklichkeit viel schlimmer als im Buch.“ Klingt irgendwie nicht sonderlich exotisch. Und auch der Rest, die Nächte, die Bars, die Lesben und Schwulen, die Huren, die Spieler und die Heuchler, könnten von nebenan sein. Und trotzdem ist alles anders. Denn in den vier Storys von Mianmian (alias Shen Wang) erscheint all dies wie ein Trugbild, etwas, was man sieht, was aber gar nicht da sein dürfte. Und deshalb wirkt „La la la“ von der ersten bis zur letzten Seite wie ein Kinderlied, das sich in einen poetischen Drogenrausch verirrt hat.
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