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Erklär mir Österreich / Robert Menasse



Erklär mir Österreich

Robert Menasse


Suhrkamp Verlag
Rezension ist von 7/2000
Leserschwert-Genre: Essays

Die Dialektik des Aktuellen

„Es erscheint aussichtslos. Das Bild, das sich die Welt heute von Österreich macht, ist genauso verschroben wie das österreichische Weltbild selbst. Fast alles, was über Österreich nach der Wahl vom 3. Oktober 1999 und dann nach der Regierungsbildung geschrieben wurde, sowohl in der österreichischen wie auch in der internationalen Presse, ist so falsch, daß nicht einmal das Gegenteil richtig ist – so kann es keine Diskussion mehr über die reale Lage geben, sondern nur noch über die Gefühle, die den jeweiligen Kommentator angesichts der scheinbar gespenstischen Lage beschleichen.“
Robert Menasse ist Romancier und Essayist. Als Romancier mag ich ihn nicht so wahnsinnig (sprich, seine Romane gefallen mit kaum), als Essayist ist er allerdings eine Klasse für sich. Das hat einen simplen Grund: Menasse neigt zum Oberlehrer. Auf Dauer (wie etwa in einem Roman) schlägt sich das auf Gemüt und Nerven, von einem Essay erwartet man aber eine gewisse intellektuelle Zeigefingerfertigkeit. Und, um hier kein Neiderbild entstehen zu lassen, Menasse verfügt über eine wunderbare Gabe, die Geschichte und Befindlichkeit der Spezies Österreicher in zwieträchtigen Einklang zu bringen, er ist ein Kenner und Könner in diesem Fach. Seine Essays zur österreichischen Geschichte taugen deshalb zur Aufklärung und sind zudem höchst amüsant. Sie heißen übrigens „Erklär mir Österreich“ – wie gesagt, ein bisschen Oberlehrer …
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