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Kwench! / Rupert Thomson



Kwench!

Rupert Thomson


Piper Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 5/2000
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Durst ist nichts, Image ist alles

Es ist orange und alkoholfrei – Kwench!, ein neuer Softdrink, der die Staaten in einem beispiellosen Konsumrausch überschwemmte. Für die Markteinführung in England hat sich der ehrgeizige Produktmanager Jim Lyle aber trotzdem ein völlig neues Werbekonzept ausgedacht, eines, das ihm endlich die Türen in die obersten Etagen seiner Firma öffnen soll. Statt Millionen in klassische Werbotschaften zu buttern, will sich Lyle eine Elite an „Werbebotschaftern“ heranzüchten, die er per Zeitungsannonce für ein „Forschungsprojekt“ anheuert: Wir bezahlen Sie dafür, dass Sie schlafen. Das erste Versuchskaninchen, das keinen blassen Schimmer davon hat, dass es schlafend einen unstillbareren Durst auf Kwench! weckt, heißt Glade Spencer. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle und Glade zum potentiellen Stolperstein des revolutionären Werbefeldzugs. Also muss Glade weg, also muss der Profi Barker Dodds her. Doch der ist leider ganz hin und weg, als er seinem Opfer begegnet …
Indem er Orange zur Farbe der Verführung und Manipulation, der Sehnsucht und Abhängigkeit stilisiert, legt Rupert Thomson mit seinem Erfolgsroman „Kwench!“ (nun auch als Piper-TB) nicht nur eine feine Analyse unserer Konsumgesellschaft vor, sondern auch eine spannende Story über die Macht des Zufalls, die drei – anfangs völlig parallel laufende – Geschichten zu einem gemeinsamen Showdown dirigiert. Und das ganz ohne roten Faden. Denn der ist hier natürlich orange.
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