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Ranziges Aluminium / James Hawes



Ranziges Aluminium

James Hawes


KiWi Verlag
Übersetzer: Kristian Lutze
Rezension ist von 5/2000
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Einfach zum Niederbrechen

Du steckst in einem Stau auf der M 25 und grübelst über die Höhe deiner Steuernachzahlungen nach, über deine kinderlose Ehe samt ihrem etwas freudlosen Sex, über den Spermatest, den deine Frau in deinem Sinne beschlossen hat, über die jungdralle Arbeitskollegin, die neulich wie von Zauberhand auf deinem Schoß landete, über die Drei-Bier-Theorie des Älterwerdens, über die Vergangenheit, die sich noch als Möglichkeit tarnt, und die Illusion, dass irgendwas Aufregendes passieren wird. Du bist Mitte dreißig, nicht mehr jung, noch nicht alt, und versuchst, aus beiden Welten das Beste mitzunehmen, und weißt, dass du am Ende unweigerlich mit der doppelten Portion Scheiße dastehst. Und dann klingelt das Handy, und man teilt dir mit, dass du pleite bist, bankrott, erledigt. Der große Schiedsrichter hat dir gerade die rote Karte gezeigt …
„Ranziges Aluminium“ ist (obwohl eine recht sachliche Übersetzung des Originals „Rancid Aluminium“) ein blöder Titel, weil man dahinter sofort so einen abgedrehten Trend-Trasher vermutet, in dem die sprachliche Skurrilität mit Humor und der Rest mit dem Wesentlichen verwechselt wird. Da ververmutet man sich aber ganz gewaltig. Denn James Hawes knallt einem seine (zugegeben abgedrehte, skurrile und trashige) Story mit einem derartig stoischen Brit-Zynismus vor den Latz, dass man ernsthaft Gefahr läuft, als Brüllaffe zu verenden, so saukomisch ist das Ganze. Ein wirklich brillanter Zwerchfellspanner.
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