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Schwarze Liebe / Dominique Noguez



Schwarze Liebe

Dominique Noguez


Fischer Verlag
Rezension ist von 8/1998
Leserschwert-Genre: Beziehung und so

Typfrage

„Heutzutage kann Liebe kaum etwas anderes sein als das Recht, welches wir dem geliebten Menschen einräumen, uns zu tyrannisieren.“ Mit diesem Zitat von good old Dostojewskij ist der Grundton dieses Romans bereits angestimmt. Erzählt wird die Geschichte von Eric, einem Filmemacher in den Dreißigern, der in einer lauen Sommernacht – einer Mischung aus Langeweile, Jagdlust und Alkohol folgend – am Strand von Biarritz eine junge Frau namens Lætitia aufgabelt. Zumindest sieht Eric die Geschichte so, zumindest anfangs … Und das auch nur deshalb, weil er zu jener Subspecies Mensch gehört, die den Unterschied zwischen Intellekt und Vernunft nicht so richtig auf die Reihe kriegt.
Als Eric dann langsam die Wahrheit dämmert, ist es natürlich längst zu spät. Weder die Erkenntnis, daß seine stolze Beute in Wirklichkeit ihn geködert hat, noch die Tatsache, daß Lætitia die Hauptattraktion einer spritzigen Porno-Live-Show ist, noch der tiefe Blick in die soziale Kluft zwischen ihnen, noch die leuchtenden Signale, daß er bei ihr auch privat keineswegs allein auf sexueller Flur ist, noch das Tempo, mit dem sich Lætitias exotische Eigenheiten zu quälenden Kaprizen entwickeln, und schon gar nicht die Einsicht, daß all diese Problemchen eine Frage der Perspektive sind, und er schlicht und einfach der falsche Typ für sie ist, kann die zerstörerische Dynamik der Beziehung bremsen. Und so schlittert die „Schwarze Liebe“, für die der französische Autor Dominique Noguez mit dem „Prix Femina“ ausgezeichnet wurde, auf einem glitschigen Film aus verschiedensten Körpersäften zielsicher ins Verderben. Ein Roman wie ein Espresso: schmeckt bitter und öffnet die Augen.
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