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Die Speed Queen / Stewart O’Nan



Die Speed Queen

Stewart O’Nan


Rowohlt Verlag
Übersetzer: Thomas Gunkel
Rezension ist von 6/1998
Leserschwert-Genre: Road Story

Natural Born Killer

Warum ich die Leute umgebracht hab’? Ich hab’ sie nicht umgebracht. Ich war zwar dabei, aber umgebracht hab’ ich keinen. Ich weiß noch genau, wie’s passiert ist. Eigentlich war’s ziemlich öde. Ziemlich normal. Ich glaub nicht, daß es die Leser sonderlich interessieren wird. Aber manchmal war’s doch richtig komisch. Margie Stanford sitzt in der Todeszelle eines Gefängnisses in Oklahoma und spricht – wenige Stunden vor der Hinrichtung – ihre Lebensgeschichte auf Band. Sie erzählt, wie sie zur Speed Queen wurde; wie aus der einen oder anderen Line, die sie mit ihrem Mann Lamont und ihrer – und seiner – Geliebten Natalie gezogen hat, Dealen wurde, aus Dealen Raub und aus Raub vielfacher Mord. Margie erzählt für die Wahrheit und gegen die Lügen, die Natalies Buch zum Bestseller machten. Sie erzählt ihr eigenes Buch und sie erzählt es keinem geringeren Ghostwriter als Amerikas „König des Horrors“: Stephen King.
„Die Speed Queen“ ist ein atemloser Road-Roman, erzählt zum Klang des rockenden Autoradios auf endlosen Highways, dem Sound der klassischen Tragödie, die sich irgendwo inmitten von Burger-Buden und Truck-Stops verirrt hat, und den Zwischentönen eines drogendeliriösen Nirvanas zwischen Bonny & Clyde und Natural Born Killers. Die legendäre „Route 66“ ist Margies Traum, nonstop durch die große amerikanische Freiheit, und sie erfüllt ihn sich – um jeden Preis. Und der amerikanische Shooting-Star Stewart O’Nan („Engel im Schnee“) lenkt diese Story präzise und ungefedert über die erschütternden Unebenheiten auf diesem Weg und läßt Margie und ihrem Traum Gerechtigkeit widerfahren.
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