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Nachruf auf den heiligen B. / Daniel Akst



Nachruf auf den heiligen B.

Daniel Akst


Deuticke Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 4/1998
Leserschwert-Genre: Satire

Gut gewürzt

„Zielperson lokalisiert, steckt in Türrahmen fest, sagte einer der Feuerwehrleute in sein Handfunkgerät. Irgendetwas schien ihnen allen unangenehm zu sein …“ Burl Bunnett, Schriftsteller, Nachrufschreiber, Mitbesitzer und verläßlichster Kunde eines italienischen Restaurants, kennt außer seinen unstillbaren kulinarischen Begierden nur eine Leidenschaft: eine zärtliche Liebe zu Norma, einer Kollegin, deren Gefühle ihm gegenüber aber eher freundschaftlicher Natur sind. So passiert es auch eher aus Mitleid und Mitgefühl, daß sie ihm per E-Mail verspricht, mit ihm zu schlafen, wenn er es schafft, hundert Pfund abzunehmen. Den heißen Braten vor sich, hungert Burl mit solcher Hingabe, daß er schließlich in der Redaktion kollabiert – und daraufhin sein Triebleben mit neuem Enthusiasmus diesseits des Tellerrands befriedigt. Doch als er eines Abends in seinem eigenen Restaurant Zeuge eines Mafia-Mordes wird, und ihm unmißverständlich klargemacht wird, daß er – im Falle einer Zeugenaussage – sicherheitshalber seinen eigenen Nachruf schreiben solle, entschließt er sich, Stadt und Lokal zu verlassen …
„Nachruf auf den heiligen B.“ ist eine stilistisch ausbalancierte und wunderbar scharfsichtige Mischung aus Großstadtkrimi und Gesellschaftssatire, ein literarisches road movie, das ausgehend vom Schlankheitswahn quer durch den großen amerikanischen Alptraum donnert und dem Kolumnisten und Wirtschaftsjournalisten Daniel Akst bereits bei seinem Debütroman eine Nominierung für den renommierten Faulkner-Preis bescherte. Köstliches Lesefutter, das – wie alles scharf Gewürzte – seine volle Wirkung erst nach der Verdauung entfaltet …
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