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Grüne Zeiten / Walter Klier



Grüne Zeiten

Walter Klier


Deuticke Verlag
Rezension ist von 2/1998
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Revolution

Wenn er nur stillhielt, erledigte sich manches von selbst. Diesen tiefen Einblick in die energetischen Grundprinzipien des Lebens gewinnt Martin Rauch bereits in frühester Kindheit. Doch Mitte der achtziger Jahre wird Martin vom Zeitgeist eingeholt. Er ist jetzt Student und als solcher zum Aktivismus aufgerufen. Als Nachfahre der 68er Generation gilt es, nach der sexuellen nun die Umweltrevolution voranzutreiben. Als basisdemokratisches WG-Kollektiv begibt man sich mit andächtigem Ernst in die Hainburger Au, um gegen den Flußkraftwerksbau zu protestieren, demonstriert in Wackersdorf gegen die Wiederaufbereitungsanlage, ereifert sich in aufreibenden Sitzungen der Alternativen Liste …
„Grüne Zeiten“ also für die häufig wechselnde Belegschaft von Martins WG. Wären da nur nicht diese kleinen Widrigkeiten des Alltags, die es mitunter doch recht schwer machen, den eigenen moralischen, sozialen und politischen Anspruch einzulösen, und natürlich der zwischenmenschliche Streß, in den einen der Entdeckungstrieb zum anderen Geschlecht (von dem einen korrekt-theoretisch doch kaum etwas unterscheidet) trudeln läßt. Dem österreichischen Autor Walter Klier ist mit seinem neuen Roman eine recht nette Reminiszenz an die große Zeit der Latzhosen und grünen Parkers, der Wohngemeinschaften und Friedensdemos gelungen – und vor allem eine liebevoll ironische Abrechnung mit einer Zeit, in der alle dafür waren, dagegen zu sein …
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