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Erziehung von Mädchen in Böhmen / Michal Viewegh



Erziehung von Mädchen in Böhmen

Michal Viewegh


Deuticke Verlag
Rezension ist von 1/1998
Leserschwert-Genre: Beziehung und so

Der Lehrer

Der junge Prager Autor Michal Viewegh läßt erst gar keine Zweifel aufkommen, welche tieferen Beweggründe ihn zu seiner „Erziehung von Mädchen in Böhmen“ veranlaßt haben: „Mit journalistischer Sensationsgier die tragische Geschichte eines zwanzigjährigen Mädchens auszuschlachten. Wissentlich mit dem Effekt kitschiger Selbstbespiegelung (Jan Lopatka) auf den Leser zu kalkulieren. Zu beweisen suchen, daß die zeitgenössische Literatur Herrgott noch mal nicht nur davon handeln muß, wie schwer es ist, Literatur zu schreiben (John Fowles). Belesenheit zu demonstrieren. Exhibitionistische Neigungen zu befriedigen. Meiner Frau weh zu tun. Einigen ehemaligen Kollegen weh zu tun. Einen Skandal zu verursachen. Noch einen Literaturpreis zu gewinnen. Noch mehr Kohle zu machen. Meine Gewissensbisse zu vertreiben. Einen guten Roman zu schreiben.“
Prinzipiell ist ihm das auch gelungen. Die Story des jungen tschechischen Lehrers, der seinen Magerlohn auffettet, indem er der kreativen Potenz eines renitenten Neureichentöchterchens nachhelfen soll, dabei aber über seine eigene Potenz stolpert, ist sprachspielerisch fein zubereitet und mit einer Prise Zynismus abgeschmeckt. Leider reicht Viewegh (der selbst drei Jahre lang Lehrer war) als Beilage ein recht unverdauliches Potpourri aus klugscheißerischen Belehrungen, die er – und das nervt wirklich – in endlosen, kursiv gesetzten Zitattiraden prominenter Autorenkollegen serviert. Schade, denn diese Hintenrumbesserwisserei versaut einen an sich wirklich gelungenen Roman.
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