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Zurück in Louisiana / John Ed Bradley



Zurück in Louisiana

John Ed Bradley


Fischer Verlag
Übersetzer: Manfred Allié
Rezension ist von 8/1997
Leserschwert-Genre: Biografie

Grauenhafter Kautabak

Zurück in Smoke, einem verschlafenen Provinznest im tiefen Süden der USA. Als der junge Schriftsteller Pace Burnett in seinen Heimatort zurückkehrt, erwartet ihn dort keine Blasmusikkapelle, sondern eine allgemeine Aufbruchsstimmung ins Nirvana. Seine Eltern scheinen sich in aller Ruhe auf das Sterben vorzubereiten, seine Jugendliebe arbeitet in einem heruntergekommenen Bordell an ihrem Ruf als fleißigste Nest-Nutte, und sein bester Freund Carnihan ist drauf und dran, seinen Verstand zu verlieren und einen der reichsten Männer Amerikas zu kidnappen …
Heimkehrer-Geschichten stützen sich im wesentlichen immer auf ein und dasselbe Prinzip: Den Frontalzusammenstoß zwischen verklärter Vergangenheit und abgeschminkter Gegenwart. „Zurück in Louisiana“ tut das nicht. Denn hier gibt es nichts zu stützen. Die Story ist ein Rohbau, der sich in mitleiderregender Erbärmlichkeit ins literarische Ödland des Autobiographen John Ed Bradley duckt. Die ausgeklügelten (Kopf schief gelegt, Zunge im Mundwinkel) Schicksalswendungen, die einem in dieser Endlosschleife der erzählerischen Berechenbarkeit serviert werden, sind dilettantische Konstrukte einer mageren Phantasie, und die Charaktere ungefähr so vielschichtig wie der stereotype Nachbar aus irgendeiner Soap-Opera. Kurz, des dicken Buches dünner Sinn: Hier hat offensichtlich jemand etwas falsch verstanden und im festen Glauben an die Zukunft der Gähn-Manipulation gehandelt …
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