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Im Kongo / Urs Widmer



Im Kongo

Urs Widmer


Diogenes Verlag
Rezension ist von 2/1997
Leserschwert-Genre: Seltsam
1 Besucherkommentar zu diesem Buch.

Uhrwerk schwarz

Kuno ist ein entsetzlich langweiliger Schweizer, der in der Abgeschiedenheit eines Altersheims sein entsetzlich langweiliges Pfleger-Dasein fristet. Und dann bekommt Kuno auch noch einen neuen Pflegefall anvertraut, den er für einen noch größeren Gähner als sich selbst hält: seinen greisen Vater. Doch da irrt Kuno. Die Erkenntnis, daß sein alter Herr in Wahrheit ein Spitzen-Spion war, der während des Zweiten Weltkrieges Kopf und Kragen im Kampf gegen die Nazis riskierte, verändert sein Leben, für Kuno beginnt eine Reise in die eigenen Abgründe, die ihn bis nach Afrika verschlägt. Und es verändert den ganzen Roman. Ab diesem Zeitpunkt schaltet der Schweizer Autor Urs Widmer die literarischen Gänge voll durch. Plötzlich ist „Im Kongo“ ein ebenso phantastisches wie realitätsstrotzendes Märchen: von Männern, von Mördern, von Macht, von Magie. Und von Frauen. Die sprachliche Strategie, mit der Widmer den Quantensprung aus den sterilen Hallen eines Schweizer Altersheims bis in die tiefste Mystik Afrikas meistert, ist bewundernswert. Denn obwohl er seine dynamische Metaphorik aus immer entlegeneren Winkeln menschlicher Sehnsüchte hervorholt, bleibt dem Leser am Ende die Gewißheit, daß er sein Ziel auf dem direktesten Weg erreicht hat.
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hans schrieb am 11.09.08, 11:08hallo


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