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Schattenlichter / Theodore Roszak



Schattenlichter

Theodore Roszak


Heyne Verlag
Übersetzer: Friedrich Mader
Rezension ist von 6/2005
Leserschwert-Genre: Thriller

Hinters Licht geführt

Verschwörungsthriller mit religiösem Hintergrund werden in der aktuellen U-Literatur nicht unbedingt als Raritäten gehandelt, trotzdem wäre es beinahe ein Sakrileg, diesen Roman hier in der Masse untergehen zu lassen. Erstens, weil das Original („Flicker“) bereits 1991 erschienen und damit des Verdachts des Trittbretterns enthoben ist, und zweitens, weil bei Theodore Roszak die Oberflächenspannung, die so eine ausgewachsene Verschwörungstheorie auf den Erzählbogen spannt, eher wie ein Nebeneffekt aufflackert – womit wir nicht nur wieder beim Originaltitel, sondern auch beim Thema wären.
Roszak schlüpft in seinem 850-Seiten-Ziegel in die dünne Haut des jungen Filmstudenten Jonathan Gates, der Mitte der 60er Jahre in einem schmuddeligen Undergroundkino in L.A. zunächst der spröden sexuellen Anziehungskraft dessen Betreiberin und bald auch der hypnotischen Suggestivkraft der Filmkunst erliegt. Als er aus den Werken des unter mysteriösen Umständen verschollenen, ehemaligen UFA-Regisseurs Max Castle erstmals sogenannte ,versteckte Bilder’ filtert, die direkt auf das Unterbewusstsein des Betrachters zielen, beginnt für Jonathan eine obsessive Suche nach den geheimen Techniken und Symbolen dieser dunklen Filmmagie, die ihn bis ins Zentrum einer weltumspannenden, christlich-häretischen Sekte führt, die das Kino bereits in seinen Anfängen als perfekte Projektionsfläche für ihre apokalyptische Heilsbotschaft erkannte und benutzte; und dies immer noch tut …
Wiewohl Roszak einige gähnende Längen in seiner Odyssee durch die Filmgeschichte „nur“ sprachlich kaschieren kann und im Finale ein wenig zu dick aufträgt, verfehlt das Buch seine beklemmende Wirkung keineswegs. Schade nur, dass „Flicker“ bereits erschienen war, als die Videoclip-Ästhetik gerade im Anrollen war; denn diese wäre für Roszaks verschwörungstheoretisch gewetztes Skalpell sicher ein wahrer Festtagsbraten gewesen.
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