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Die Pythagoras-Morde / Guillermo Martínez



Die Pythagoras-Morde

Guillermo Martínez


Eichborn Verlag
Übersetzer: Angelica Ammar
Rezension ist von 4/2005
Leserschwert-Genre: Krimi
1 Besucherkommentar zu diesem Buch.

Das große Einmaleins

Erbarmen! Nicht schon wieder ein Rätsel-Krimi … Aber keine Panik, denn bei diesem 200-Seiten-Vertreter aus der hyperaktiven Indizien-Bastelecke handelt es sich um einen waschechten (180°) Exoten. Das liegt weniger daran, dass der Autor seine gute Luft in Buenos Aires atmet, sondern steht vielmehr auf einem Diplom, dass Guillermo Martínez als promovierten Mathematiker inklusive Oxford-Master ausweist. Und weil dem so ist, hat dieser Roman, der Martínez neben dem renommierten Premio Planeta auch wochenlang das gelbe Trikot in den argentinischen Bestsellerlisten sicherte, genau nichts mit der handelsüblichen Genre-Mischung aus Mystizismus, Symbolismus und Kryptographie zu tun; „Die Pythagoras-Morde“ folgen anderen Gesetzen – jenen der blank polierten Logik.
Hirnrunst statt Blutrunst: Das ist zwar wohltuend anders, bringt allerdings die Ganglien recht heftig ins Trudeln. Wer das Gedankengut von so hirnschlichten Herrschaften wie Pythagoras, Gödel, Heisenberg oder Wittgenstein nicht im intellektuellen Portefeuille hat, läuft zwangsläufig Gefahr, die eigendynamische Logik, die den Ich-Erzähler (Überraschung! Ein junger Student aus Argentinien in Oxford) und seinen genialen Mathematik-Prof in eine selbstredend mathematische Reihe von rätselhaften
Morden verstrickt, nicht ganz zu übermausern – was insofern bitter ist, als sich „Die Pythagoras Morde“, die sowohl stilistisch als auch emotional direkt aus der Tiefkühltruhe kommen, nur in diesem Hirnschmalz herausbacken lassen. Destotrotz nimmt aber auch der ungeschulte Mathe-Depp, dem der Einweg-Bic näher ist als „Occam’s Rasiermesser“, auf dem schnörkellosen Weg zur verblüffenden Aufklärung von Martínez’ mörderischer Formel einiges Wissenswertes mit – wie z.B. die Erkenntnis, dass die einfachste Theorie immer die beste ist. Und der komplizierteste Roman nicht immer der schlechteste …
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Bert schrieb am 23.01.09, 12:27Rezension: Ich mag das Buch, aber ich mag es nicht.


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