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Das Kommando / Vince Flynn



Das Kommando

Vince Flynn


Heyne Verlag
Übersetzer: K. Schatzhauser
Rezension ist von 4/2005
Leserschwert-Genre: Thriller

Supermächtig

Mit seinem neuen Roman, der erstmals auch den Sprung in die Top Ten der New York Times-Bestsellerliste schaffte, scheint es dem US-Shootingstar Vince Flynn nun endgültig gelungen zu sein, Tom Clancy vom Thron des Hightech-Politthrills zu schubsen – und das ist, zumindest diesseits des großen Teichs, nicht ganz unbedenklich. Denn die intellektuellen Ingredienzen für diesen erfolgreichen Putsch unterscheiden sich kaum vom Bügelbrett-Weltbild des alten Haudegens Clancy.
Wie schon in „Der Angriff“, „Die Entscheidung“ und „Die Macht“ entwickelt Flynn seine fesselnde Spannkraft, indem er hochbrisante geopolitische Themen – diesmal gehts um eine Geiselbefreiung auf den Philippinen und den Wettlauf gegen einen perfiden Terrormasterplan im Nahen Osten – nahezu in Echtzeit verarbeitet, leider ist aber auch die Verarbeitungsmethode die gleiche geblieben. Angeführt von seinem, selbstredend unverschämt gut aussehenden Antiterror-Spezialisten Mitch Rapp (dem zum Superhelden eigentlich nur der rotblaue Pyjama fehlt) stopft Flynn gut recherchiertes Geheimdienst-Insiderwissen, politische Verschwörung, militärisches Jägerlatein, platte Klischee-Charaktere und jede Menge Brutalo-Action in seinen martialischen, aber stilistisch zahnlosen Fleischwolf, kurbelt mit sauberem Timing ein paar Mal kräftig an, und serviert dann faschierten US-Patriotismus. Bei Vince Flynn kann man sich darauf verlassen, dass die Guten die weißen und die Bösen die schwarzen Hüte tragen. Mit realistischem Polit-Thrill hat das allerdings wenig am Hut.
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