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Profit / Richard Morgan



Profit

Richard Morgan


Heyne Verlag
Übersetzer: Karsten Singelmann
Rezension ist von 3/2005
Leserschwert-Genre: Thriller

Guten Morgan

Grelldüstere Zukunftsszenarien, in denen der neo-liberalistische Hardcore-Kapitalismus auch die letzten Glutherde gesellschaftlicher Humanität bereits erstickt hat, erfreuen sich bei JungautorInnen rund um den verdorften Globus größter Beliebtheit; wen wunderts, denn um ein solches Zukunftsszenario zu entwerfen, reicht es ja im wesentlichen, die Gegenwart etwas dick aufzutragen. Trotzdem geizen nicht wenige dieser sogenannten „Globalisierungsthriller“ mit fesselnden Plots, weil deren Verfasser ihr gesamtes Pulver gerne bei der detailverliebten Konstruktion einer möglichst grotesken Weltordnung verschießen, und die eigentliche Story daher oft sang- und klanglos im Rohr krepiert. Bei Richard Morgan (nicht zu verwechseln mit seinem UK-Jahrgangs-Kumpel [1965] Rupert Morgan, der mit seiner wunderbaren „Schöpfung für Anfänger“ in eine ähnliche Kerbe schnitzte, Anm.) ist das anders.
Die profitpolierte Fratze, die einen aus seiner beklemmenden Zukunftsvision (London, Mitte des 21. Jahrhunderts) angrinst, speist ihre perfide Widerwertigkeit aus Werten, die uns durchaus vertraut sind. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Chris Faulkner, ein junger, ehrgeiziger Investmentbanker (Spezialgebiet: Conflict Investment), der eines erfolgreichen Tages selbst zum Abschuss freigegeben wird; wobei Abschuss hier wortwörtlich gemeint ist, denn die finanzielle, sprich: soziale Elite trägt ihre Konkurrenzkämpfe längst nicht mehr am Schreibtisch, sondern in absolut tödlichen Asphaltduellen mit hochgezüchteten Straßenkreuzern aus …
Richard Morgan lässt den Wahnsinn dieser greifbar nahen Welt, die ihre undurchschaubare Komplexität mit simpelsten Instinkten kompensiert, langsam anrollen, verpasst seinen Protagonisten und ihrem Milieu erstmal ein kantiges Psychorelief und schaltet dann knallhart die Gänge durch. Ein ganz seltsam echtes Buch.
Bewertung

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