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Cassandra Frenchs Männerverbesserungsanstalt / Eric Garcia



Cassandra Frenchs Männerverbesserungsanstalt

Eric Garcia


Eichborn Verlag
Übersetzer: Rainer Schmidt
Rezension ist von 10/2005
Leserschwert-Genre: Zeitgeist

Artgerechte Männerhaltung

Auf der einen Seite anregend seltsam, auf der anderen brutal abgedroschen. Das heißt natürlich nicht, dass dieses Buch nur zwei Seiten hat, nein, netto sind es 382, aber die matchen sich von der ersten bis zur letzten in einem unerbittlichen Kampfgetümmel zwischen Können und Wollen. Zunächst einmal ist es an sich schon seltsam, im Sinne von unüblich, dass ein Mann einen Roman aus der Perspektive einer Frau schreibt. Aber Garcia (31), der laut Klappentext in L.A. schon mehrfach mit Sitcom-Scripts auffällig wurde, geht noch einen Schritt weiter und klinkt sich in eine weibliche Lebenssicht, die mit voller Trendtönung durch die Modebrille blinzelt.
Die „Besserungsanstalt“, ein kleines, persönliches Kellerverlies, in dem die titelgebende Cassandra (jung, erfolgreich, single, sexy, city …) ungehobelte Schwanzträger Mores (inkl. Abschlussdiplom) lehrt (bis ihr der berühmte Schauspieler Jason über den Abweg läuft und alles furchtbar turbulent wird …) verschreibt sich dem hurtigen Zeitgeist stilistisch auf eine Art, die keine originäre Weise mehr zulässt. Leider. Die rabenschwarze, skurrile Story ist nämlich bei weitem nicht schlecht, streckenweise extrem komisch, mitunter geistreich und alles, trotzdem hätte ich nach dem Hype der US-Presse aber etwas mehr, besser gesagt, weniger Erwartbares erwartet. Mit dem schlampig-schnoddrigen Erzähljargon, der derzeit offenbar das Maß aller Frauenromandinge ist, vernagelt sich Eric Garcia irgendwie den doppelten Boden seiner Geschichte. Da wäre mehr drinnen gewesen als „nur“ zynisch-köstliche Unterhaltung.
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