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25 Stunden / David Benioff



25 Stunden

David Benioff


Heyne Verlag
Übersetzer: Frank Böhmert
Rezension ist von 4/2003
Leserschwert-Genre: Erzählkunst

Wem die Stunde schlägt

Kannst du dein ganzes Leben an einem Tag verändern? Vor dieser Frage steht Monty Brogan, nachdem die Drogenbullen ein kleines Päckchen aus den Innereien seines Sofas gefischt und ihren Fang ziemlich exakt analysiert haben: „Mr. Brogan, ich glaube, jetzt haben wir Sie am Arsch.“ Ein Tag, um sich zu verabschieden – von seiner Freundin, seinem Vater, seinen Kumpels, seinen Straßen, seinem Leben. Und seinem Hund. Denn am nächsten Tag geht’s für sieben Jahre ab in den Knast …
Als der Debütroman des amerikanischen Autors David Benioff letztes Jahr erschien, wackelte kein Kritiker mit dem Ohrwaschel. Aber dann kam Hollywood-Querulant Spike Lee, beauftragte Benioff mit einer Drehbuchadaption seines Romans und legte einen derart feinsinnigen Charaktertrip (mit Edward Norton in der Hauptrolle) auf die Leinwand, dass plötzlich jeder wissen wollte, wie dieser Stoff ungeschnitten einfährt. Die Antwort: verdammt gut.
Benioff hat ein perfektes Timing, die Zeit ist das Rückgrat seiner Story. Sowohl was die Stunden betrifft, die im Hintergrund unaufhaltsam davonrinnen, als auch die Momente, in denen er die Uhr anhält und in die geschliffene Tiefenschärfe seiner Figuren taucht. Das Buch vermittelt von Beginn an eine unglaubliche Intimität – so als wäre man selbst gerade dabei, sich von Monty zu verabschieden.
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