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Schiffbruch mit Tiger / Yann Martel



Schiffbruch mit Tiger

Yann Martel


S.Fischer Verlag
Übersetzer: Übersetzer
Rezension ist von 2/2003
Leserschwert-Genre: Erzählkunst

Der Glaube versetzt Tiger

So was nennt man wohl ein perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Blick auf das Verkaufsranking des Internethändlers Amazon beweist eindrucksvoll, welchen Stellenwert (bzw. Verkaufswert) der mit 50.000 Pfund dotierte Booker-Prize tatsächlich quer über den Buchmarkt brüllt. Während sich „Selbst“, der erste ins Deutsche übersetzte Roman des kanadischen Autors Yann Martel, wacker auf Platz 267.228 vorkämpfen konnte, liegt der 2002 per Booker-Prize-Turbo aufgemotzte „Schiffbruch mit Tiger“ bereits auf Rang 8, Zifferntendenz stark sinkend. Der fokussierte Hype unserer Medienwelt lässt viel durch den Rost fallen, was aber keineswegs bedeutet, dass auf dem Rost keine Delikatessen brutzeln – in diesem Fall sogar eine, die mit reichlich exotischem Intellekt gewürzt ist.
Die Story ist so ungewöhnlich wie der deutsche Titel: Pi Patel, Sohn eines indischen Zoobesitzers, landet nach einem Schiffsunglück in einem Rettungsboot mitten am Ozean – mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem Zebra, einer Ratte und einem bengalischen Tiger namens Richard Parker – bis Parker satt und Pi mit ihm alleine ist. Nun beginnt auf engstem Raum ein Machtkampf, bei dem es für Pi, der – nebenbei bemerkt – praktizierender Hindu, Christ und Muslim ist, ums Überleben geht. Für den Leser hingegen geht es um den Sinn des Lebens.
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