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Heldenherz / Sven Böttcher



Heldenherz

Sven Böttcher


rororo Verlag
Rezension ist von 2/2003
Leserschwert-Genre: Fantasy

Das Böse ist immer und überall

Wenn man sich die Bio von Sven Böttcher reinzieht, sollte man sitzen. Weil was dieser Bursche seit seiner Geburt 1964 alles in sein Leben reingepackt hat, ist echt leicht Schwindel erregend: Satiren, Parodien, Drehbücher, jede Menge Romane, TV-Comedys, Übersetzungen … stop, brechen wir die Liste an dieser Stelle ab, denn Böttchers Übersetzer-Job dürfte die Startrampe für diesen Roman hier sein: Einer seiner „Kunden“ war nämlich ein gewisser Douglas Adams (neben dem schwachen „Anhalter“-Abgesang „Einmal Rupert und zurück“ übersetzte Böttcher auch Adams’ bestes Buch „Die letzten ihrer Art“), und der abgedrehte Wahnwitz des Kultautors tropft auch aus Böttchers „Heldenherz“.
Das Buch ist gut, aber nicht neu. Tatsächlich erschien es bereits 2000 als „Psychopathos“, aber bis auf den Titel hat sich bei dieser Neuauflage nichts geändert. Zum Glück. Denn Böttchers Fantasy-Story rund um das porschefahrende Yuppie-Arschloch Magnus Morgenstein, das dazu auserkoren ist, die Welt zu retten, und an dieser Aufgabe zu einem echten Sympathler wächst, ist bester Stoff für die brachliegenden Gehirnwindungen. Vor allem, weil Böttcher es wunderbar versteht, den oberflächlichen Zynismus seines Helden als geniale Waffe gegen das abgrundtief Böse einzusetzen. Ein fantastisches Märchen, nicht nur für Genre-Freaks.
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