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Mein Leben als Fön / K.L. McCoy



Mein Leben als Fön

K.L. McCoy


Piper Verlag
Rezension ist von 10/2004
Leserschwert-Genre: Seltsam

Föntastisch

Wenn wir unseren Lieblingshelden der Gegenwart benennen sollen oder unsere Lieblingsfigur aus der Weltgeschichte oder der Weltliteratur, dann sagen wir von Fön immer im Chor und wie aus der Pistole geschossen: „K.L. McCoy!“ Und jedes Mal versetzt es uns einen kleinen Stich, wenn wir dann zu hören bekommen: „Wer soll denn das sein?“, „Habt ihr so was öfter?“ oder: „Verarschen kann ich mich selber“. Keine Frage, der große McCoy ist immer noch bei weitem nicht so bekannt, wie er es sein müsste. Dies zu ändern ist unser Auftrag …
Klingt seltsam. Ist es auch. Doch wenn man sich erst einmal auf die sprunghaften Spuren des Klaus Luzifer McCoy geheftet hat, muss man denen von Fön haltlos zustimmen. Weil dieser außergewöhnliche Mann hat den tieferen Sinn des In-die-Geschichte-Eingehens in all seiner Komplexität erkannt und unerschrocken ausgelebt; egal, ob im philosophischen Streitgespräch mit Sokrates, der McCoy nicht nur intellektuell an den Eiern packen will, oder im Smalltalk mit Hunnenkönig Attila, der ihm wegen eines lausigen Kavaliersdelikts partout den Kopf abhacken möchte, oder am Marterpfahl der Mohawks, die McCoys Job als Lacrosse-Trainer nicht so recht zu würdigen wissen, oder in der Franzen-Revolution, in deren Wirren er dem Marquis de Sade ein paar delikate Tricks beibringt … Und all das nur, weil McCoy eine hartnäckige Obsession für den Fön hegt. Und pflegt. Apropos: Die vom Fön sind ein deutsches Autoren- und Musikerkollektiv, bestehend aus Michael Ebmeyer, Bruno Franceschini, Tilman Rammstedt und Florian Werner. Normalerweise produziert ein Fön heiße Luft. Dieser hier nicht.
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