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Feel / Chris Heath



Feel

Chris Heath


Rowohlt Verlag
Übersetzer: Katharina von der Leyen und pociao
Rezension ist von 9/2004
Leserschwert-Genre: Biografie

Gefühlsecht

Was darf man sich nach zirka zwanzig Raub-Bios von dieser mit viel Tamtam angetrommelten, superersten von Ihro Gnaden höchstselbig autorisierten Robbie-Williams-Biografie erwarten? Enthüllungen in schillernden Regenbogenfarben? Den Womanizer als uferlosen Manizer? Den Drogen-Maniac als Milkshake-Depressario? Das verstoßene Kind im „sexiest man alive“? Die ultimative Intro-Info über den exaltierten Entertainer? Plus beweismartialischer Paparazzi-Pix? Man darf, und wird sodann von diesem Buch ebenso gründlich wie schamlos betrogen. Erstens einmal, weil „Feel“ definitiv keine Biografie ist, sondern eine Art szenisches Porträt. Zweitens, nicht das eines Megastars, sondern das eines Menschen. Und drittens ein verdammt gutes.
Der versierte Musikjournalist Chris Heath, der u.a. für den Rolling Stone arbeitet, hat Robbie Williams zwei Jahre lang begleitet, beobachtet, dokumentiert, nachgefragt, manchmal unbeantwortet gelassen, und seine Erlebnisse auf knapp 600 Seiten verdichtet.
Heath hat irgendwie das Kunststück zu Stande gebracht, die Rob-Real-Story, die sich streckenweise wie ein Roman liest, nicht mit seinem persönlichen Senf, sondern ausschließlich mit seinem persönlichen Stil zu würzen – der dieses sphärische Mosaik sprachlich astrein verfugt. Williams steht hier, ohne Netz, in einer authentischen Manege, in der niemals erklärt wird, ob er nun gerade die Rolle des Zirkusdirektors, die des Dompteurs oder die des traurigen Clowns spielt. Oder ob er überhaupt spielt.
„The truth is in here … somewhere“, sagt Robbie Williams zu diesem Buch. Man glaubt es ihm.
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