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Das Beste was einem Croissant passieren kann / Pablo Tusset



Das Beste was einem Croissant passieren kann

Pablo Tusset


Diana Verlag
Übersetzer: Susanna Mende
Rezension ist von 7/2004
Leserschwert-Genre: Slapstick

Die Katze aus dem Faulsack

ist dick mit Butter bestrichen zu werden. So jedenfalls sieht das Pablo José Miralles; was vermutlich daran liegt, dass Pablos Leben ebenfalls dick mit Butter bestrichen wurde. Pablo ist hauptberuflich Sohn einer katalanischen Geldfamilie und veredelt seinen Müßiggang (in loser Reihenfolge) mit schlafen, faulsacken, fressen, saufen, rauchen, kiffen, huren und der philoskurrilen Betrachtung des Alltags von Barcelona. In die schmalen Fugen dazwischen schmiert er klebrig zynische Sprüche, deren dicklipperiskante Bestimmung definitiv nicht darin liegt, neue Freunde zu finden. Zumindest bis sein Bruder, der die Familienfinanzen anpeitscht, während der Abwicklung eines Millionendeals vom Erdboden (mit dem Pablo ja kaum Kontakt pflegt) verschwindet und sich Pablo plötzlich in einer wilden Detektiv-Story (inkl. Mafia, Internethacking & Weltverschwörung) wiederfindet, in der er offenbar der Held ist
In Spanien bunkerte der Debütroman von Pablo Tusset, in dessen Berufs-Bio sich u.a. Herausforderungen wie Möbelpacker, Nachtwächter oder Tankwart finden, wochenlang Platz 1 der Bestsellerlisten.
Sowas macht argwöhnisch (nicht der Möbelpacker, sondern die Sellerliste), aber: unbegründet (nicht der Erfolg, sondern der Argwohn). Tusset lässt echt die Schreib-Sau raus und ritzt mit deren Borsten feine Kratzer in die Barce-Bourgeoisie, die sich im Wesentlichen nicht vom Rest dieser Scheibenwelt unterscheidet. Abgehoben, böse, spannend, intelligent und hochprozentig komisch. Ein sympathischer Literatur-Geselle mit direktem Kurs auf die Meisterprüfung.
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